Stadtgründung um 1243, 1260 Neumarker
Recht.
1291-1392 Herzogtum Schweidnitz. Die
Stadt war Residenz der Piasten und bis 1867 eine der wichtigsten Festungen
in Schlesien.
1427 konnte sie sich erfolgreich gegen
die Hussiten verteidigen.
1642 wurde sie von den Schweden und
1741 von den Preußen erobert.
Sie wechselte in den Schlesischen Kriegen
mehrfach den Besitzer.
Im Dreißigjährigen Krieg
sehr zerstört und verarmt. 1648 standen noch etwa 118 elende Hütten,
die von etwa 200 Menschen bewohnt wurden.
1946 Vertreibung der deutschen Bevölkerung,
Ansiedlung von Flüchtigen aus Ostpolen.
Schweidnitz ist eine reizvolle alte
Stadt, in der Mitte wie es in Schlesien üblich war, ein viereckiger
Ring mit Rathaus (1717-1720) und Kaufhaus. Es stehen heute noch schöne
alte Bürgerhäuser, die im Krieg nicht zerstört wurden. Die
ehemaligen Festungswerke sind 1867 in einen Park umgewandelt worden.
Kunsthistorisch bemerkenswert ist die
katholische
Pfarrkirche St. Stanislaus und Wenzel, die im 14 Jahrhundert als gotischer
Bau errichtet wurde. Für diesen Bau mußte eine an dieser Stelle
1239 erstmals genannten Kirche weichen.
Unter dem Chor befindet sich als Krypta
ein zehnseitiger Zentralraum mit Mittelsäule. Darüber erhebt
sich die steil aufragende sechsjochige Basilika, an der von 1330 bis in
das 15 Jahrhundert gebaut wurde. Der Turm wurde im Jahre 1565 von dem Breslauer
Zimmermeister Georg Stellauf errichtet, der auch den Breslauer Rathausturm
ausgeführt hat. Er ist mit 103 m der höchste Kirchturm Schlesiens.
Im 16 Jahrhundert wurde die Basilika zur Halle ausgebaut. Im Dreißigjährigen
Krieg mußte die Kirche an die Katholiken zurückgegeben werden.
Die Jesuiten barockisierten das Innere. Der großartige Marientodaltar
aus der Schule des Veit Stoß wurde zwar verdrängt, blieb jedoch
erhalten.
Weitere Kirchen in Schweidnitz, sind
die
Evangelische gotische Barbara-Kirche, Heilige-Kreuzkirche und Kommende
(1720)
Es gibt drei Friedenskirchen in Schlesien, aber die baugeschichtlich bedeutenste, ist die Friedenskirche in Schweidnitz.
Die evangelische Friedenskirche, "Zur
Dreifaltigkeit", in Schweidnitz ist die größte Holzkirche Europas.
Sie wurde den evangelischen Bewohnern
im westfälischen Frieden 1648 zugestanden und 1657/58 als Fachwerkbau,
außerhalb der Stadt errichtet.
Sie ist ein technisches Meisterstück
des Tischlermeisters Andreas Kempner nach dem Entwurf von Valentin von
Saebisch. Der freistehende hölzerne Glockenturm durfte erst 1710 erbaut
werden. Der Innenraum ist allseitig von Emporen umzogen, deren Stützen
die flache Decke tragen. Es fanden 7.500 Besucher Platz. Die Kirche wurde
1693 durch die Maler Süßenbach und Kalitschke ausgemalt, die
Logen mit Schnitzwerk reich dekoriert.
Man endeckt, bei einem Besuch dieses
barocken Meisterwerks, neben verschiedenen fürstlichen Wappen, die
kostbare Hochbergloge. Diesen Ehrenplatz bekam die Familie des Grafen Hochberg
deshalb, weil mit ihrer Hilfe dieser große Fachwerkbau erst möglich
wurde. Die gräfliche Familie ließ etwa zwei Drittel ihres gesamten
Waldbestandes abholzen und schenkte die nötigen 3000 Eichenstämme
der Kirchengemeinde. Mit Schnitzereien, Malereien und Intarsienarbeiten
sowie einer kunstvollen Kassettendecke entstand hier aus der Not ein bauliches
Kunstwerk, das - mit Ausnahme der Friedenskirche in Jauer - seinesgleichen
sucht.
Sie wird seit einigen Jahren mit Spenden
aus Deutschland restauriert.
Die mächtige Kirche St. Waclaw und die St. Stanislaw, sowie auch der ausgedehnte Markt, sind auch mit gebührender Sorgfalt wieder restauriert.
Die wunderschöne Stadt Schweidnitz
genießt eine reiche Geschichte und verfügt über herrliche
historische Baudenkmäler. Zahlreiche Kriege, Seuchen und Brände
verwüsteten die Stadt immer wieder. Sie schaffte es alles zu überwinden
und noch schöner wieder zu erstehen.
Man findet unter den historischen Baudenkmälern
heute noch Architektur der Gotik, des Barocks und der Sezession, womit
man zurückversetzt wird, als die Stadt mit ihrer Geltung, dem Rang
der größten polnischen Städte gleichkam.
Die Industrie ist sehr vielseitig vorhanden
gewesen oder aber auch noch vorhanden. Dort gibt es eine Maschinenfabrik,
Eisengießerei Kesselschmiede, Metallwarenfabriken, Zentralheizungsbau,
Landmaschinenherstellung, Radiofabrik, Elektoindustrie, Orgelbauanstalt,
Braurerei ( Schweidnitzer Schöps ), Textil- und Lederindustrie.
Schweidnitzer Keller In mehreren
schlesischen Städten gab es einen sogenannten "Schweidnitzer Keller",
d.h. einen Ratskeller, in dem Schweidnitzer Bier ausgeschenkt wurde. Der
berühmteste Schweidnitzer Keller-wahrscheinlich der älteste deutsche
Ratskeller überhaupt- befindet sich im Breslauer Rathaus. Sein ältester
Teil wurde im Jahre 1275 im Untergeschoß des damals begonnen Rathauses
erbaut.
Eine Urkunde des Jahres 1273 gibt der
Stadt das Recht, innerhalb der Anlage auswärtige Biere auszuschenken.
Die Besucher des Schweidnitzer Kellers stammten aus allen Schichten der
Bevölkerung: Professoren, Studenten, Kaufleute, Handwerker und Arbeiter.
Der Schweidnitzer Keller war nicht nur ein Spiegel des Breslauer Volksleben,
sondern Ausdruck der schlesischen Volksseele überhaupt. In ihm verband
sich Gemütlichkeit, soziale Verbundenheit mit dem künstlerischen
Reiz gotischen Gewölbe.
Das Schweidnitzer Bier war ein Gerstenbier,
das vor allem im 14. und 15 Jahrhundert berühmt war.
Während bis zum Ende des 16 Jahrhunderts,
Schweidnitzer Bier in allen Städten noch seinen Vorrang behaupten
konnte, mußte es in Breslau allmählich dem immer beliebter werdenden
"Schwarzen Schöps" und nach 1500 auch dem "Weißen Schöps"des
städtischen Brauhauses weichen. Hierbei handelt es sich um ein schmackhaftes
Weizenbier.
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| Schweidnitz
ist zugehörig zu Schlesien, genauer gesagt zu Niederschlesien.
Die Begriffe "Nieder" und "Ober" beziehen sich auf den größten Fluß, der durch Schlesien verläuft, die Oder. Der Landkreis Schweidnitz gehörte zunächst zu dem später aufgelösten Regierungsbezirk Reichenbach, dann zum Regierungsbezirk Breslau. Die
politische Einteilung:
Im
Jahre 1938 war die Provinz Schlesien in folgende Regierungsbezirke
und Kreise aufgeteilt:
1941
gab es dann noch darüber hinaus den
1932
wurde der Landkreis Schweidnitz mit dem Landkreis Striegau zusammengelegt.
Das
Landgericht Schweidnitz ist in 10 Amtsgerichte unterteilt:
1939 hatte Schweidnitz
39000 Einwohner
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