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Zeichen für Hindenburg OS setzen

Seit 1953 stehen alle zwei Jahre die Hindenburger im Mittelpunkt der gastfreundlichen Patenstadt Essen. So soll es auch in diesem Jahr sein. Am 22. und 23. September 2001 trifft unsere Hindenburger Großfamilie zusammen. Die uns von unserer Patenstadt ausgesprochene Einladung wollen wir gern annehmen. An diesem Wochenende haben wir die Möglichkeit; auf das Schicksal der vertriebenen uns ausgesiedelten Hindenburger hinzuweisen; es ist eine Chance, die für uns eine Herausforderung ist. Am 22. und 23. September 2001 haben wir auch die Möglichkeit; alte `' Bekannte, Freunde, Nachbarn und Landsleute zu treffen und mit ihnen die Verbundenheit zu unserer unvergessenen Vaterstadt Hindenburg OS auszudrücken. Deshalb sollten wir in Essen an diesem Wochenende dabei sein.

Wir Hindenburger können uns nach wie vor glücklich schätzen, daß in einer Zeit der allgemeinen Mittelstreichung oder Kürzung eine Wahrnehmung der Patenschaftsverpflichtung seitens der Stadt Essen so sichtbar zu verzeichnen ist. Diese Tatsache stimmt uns hoffnungsvoll, auch in Zukunft in der Patenstadt Essen das kulturelle und soziale Domizil zu haben, wo wir die Verbundenheit mit der Vaterstadt Hindenburg OS offen pflegen und bekunden können.

Obwohl mehr als 50 Jahre nach Flucht und Vertreibung aus unserer historischen ostdeutschen Heimat vergangen sind, sind wir nach wie vor eine starke Gemeinschaft, die zum traditionellen Heimattreffen mehrere Tausend Hindenburger zur Teilnahme bewegen kann. Die, die uns schon vor mehreren Jahrzehnten tot geglaubt haben, sind stets eines besseren belehrt worden. So soll es auch dieses Jahr werden! Diese Tatsache soll uns um so mehr motivieren, nach Essen zu kommen und sich im Vorfeld aktiv an der Werbung zu betätigen. Besonders herzlich sind die in den vergangenen Jahren aus Hindenburg OS kommenden Aussiedler zum diesjährigen 25. Hindenburger Heimattreffen eingeladen. Auch wenn es seitens der Bundesregierung bekundet wird, daß, das "Tor offen ist", wissen wir genau, die neue Aussiedleraufnahmegesetzgebung und -Praxis eine geregelte Aufnahme von Aussiedlungswilligen aus unserer Vaterstadt und aus Oberschlesien fast unmöglich macht. Wir stehen mit diesen unseren Landsleuten in einer Schicksalsgemeinschaft. Trotz der immer noch vorhandenen Integrationsschwierigkeiten werden wir diese Hindenburger sicherlich herzlich begrüßen und in unsere Gemeinschaft aufnehmen. Kein Hindenburger soll abseits stehen, wir alle gehören zusammen, wir alle sollen am 22. und 23. September 2001 die Verbundenheit, die aus der gemeinsamen Herkunft entstammt, offen zeigen. Wir müssen aufeinander zugehen, die gemeinsame Geschichte lehrt auch die jungen Aussiedler, daß wir Hindenburger stets im deutschen Kulturkreis verankert waren und sie sich somit auch der deutschen Muttersprache zu bedienen haben, insbesondere während des Treffens.

Ebenfalls setzen wir sichtbare Zeichen der Verbundenheit und Solidarität mit unseren Landsleuten in der Vaterstadt Hindenburg OS Nach wie vor gibt es für Kinder und Jugendliche aus den Reihen der deutschen Volksgruppe in Hindenburg OS keine muttersprachliche Schule, und der Deutschunterricht als Fremdsprache ist immer noch unzureichend.

Durch unsere Teilnahme am Treffen zeigen wir Geschlossenheit, und damit setzen wir auch Zeichen, daß wir nicht zulassen, daß unsere in der Vaterstadt verbliebenen Landsleute benachteiligt werden. Wir hoffen auch für dieses Jahr, zahlreiche Mitglieder des Deutschen Freundschaftskreises (DFK) aus Hindenburg OS begrüßen zu können.

Entscheiden wir uns deshalb, auch 2001 nach Essen zu fahren, informieren wir auch andere Hindenburger davon, werben wir auch für unsere Heimatzeitung, die die Gemeinsamkeit unter uns fördert. Bringen wir auch junge Menschen mit, aber auch die, die vielleicht noch abseits von uns stehen. Tragen wir gemeinsam dazu bei, daß das Erbe unserer Vaterstadt weiterhin von uns allen getragen wird.

Das kulturelle Erbe unserer Vaterstadt wie auch unsere Verpflichtung gegenüber unseren Vorfahren und Nachkommen nimmt uns alle in die Pflicht. Unsere Zusammenkunft in der Patenstadt Essen muß am 22. und 23. September 2001 wieder einmal zu einem machtvollen und friedvollen Zeichen werden, daß unsere schwer durch das Leid der Vertreibung und Annexion geprägte ostdeutsche Schicksalsgemeinschaft zusammengehört und seine Stimme erhebt. Mit der Teilnahme beweisen wir, daß wir es mit der Pflege des Hindenburger Kulturerbes ernst meinen. Wir beweisen es, indem wir ein sehr deutliches Zeichen setzen, daß die Zusammengehörigkeit der Hindenburger nach wie vor vorhanden ist. Geschlossenheit und Einigkeit lassen uns auch eine menschliche Zukunft in der Vaterstadt für unsere Landsleute mitgestAten. Eine Teilnahme ist ein Beweis gegenüber der Patenstadt, daß wir für die Patenschaftsbemühungen unserem Paten stets dankbar sind.

Auf Wiedersehen in Essen! Hindenburg OS Glückauf.

Ihr Damian Spielvogel