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Die Geheimnisse von Hindenburg:
Verschwundene Soldatengräber

 

Unter dieser Überschrift berichtet die Hindenburger Wochenzeitschrift "Nowiny Zabrzanskie" und fährt fort:

 

In der Vergangenheit wurde unsere Stadt oft von fremden Kriegsheeren aufgesucht. Bis zum heutigen Tage bleibt im Dunkel der Vergessenheit die Geschichte der in Hindenburg bestatteten dänischen, schwedischen und französischen Soldaten.

 

Die Ersten erschienen im Gebiet der heutigen Stadt in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges im 17. Jahrhundert. Während der Dauer der damaligen Kriegshandlungen kehrte das protestantische Heer unter der Führung von Graf Ernst Mansfeld nach der im Februar 1627 verlorenen Schlacht wieder nach Oberschlesien zurück und nahm mit Waffengewalt Sohrau und Pleß ein. Anschließend richtete es sich gegen Gleiwitz, aber Dank der heldenhaften Haltung der Bürger und guter Verteidigung gelang es diesem Heer nicht, die Stadt einzunehmen.

 

Daraufhin zog das unzufriedene Heer in Richtung Beuthen, wo es unterwegs die angetroffenen Dörfer und Siedlungen verwüstete und zerstörte. Wie im Pfarrbuch der Gemeinde St. Andreas im Jahr 1637 festgehalten wurde, plünderte und raubte das Heer von Graf Mansfeld im Dorf Zabrze vollständig über einige Wochen hinweg sämtliche Lebensmittel, und besonders Herdenvieh und Geflügel. Wahrscheinlich kam es bei diesen Plünderungen zu Kämpfen zwischen den Einwohnern und Soldaten, infolge dessen einige Soldaten im Gebiet von Alt‑Zabrze fielen.

 

Im Jahr 1651 errichteten die Bürger an der Stelle des Massengrabes der schwedischen und dänischen Soldaten an der Heinrichstraße (ul. Staromiejska) aus Feldsteinen eine Kapelle, mit der Zeit verputzt, die bis zum heutigen Tage hier steht und der älteste Wegezeuge der Geschichte der Stadt ist.

 

Zur Zeit des Preußisch‑Französischen Krieges, in den Jahren 1806‑07., nach der Eroberung Berlins durch den Kaiser Napoleon, wird auf dem Gebiet des Zabrzer Dominiums (Schloß) das 3. Regiment der französischen Schützen unter der Führung von Hauptmann Dempier einquartiert. Der Hauptmann freundete sich mit der Zeit derartig mit der hiesigen Bevölkerung an, dass er Taufpate beim Kind des damaligen Kanzleischreibers des Dominiums wurde. Die französischen Soldaten verblieben auf dem Gebiet der Dorfgemeinde Zabrze bis 1813, als sich dann das französische Heer nach der Niederlage Napoleons bei Leipzig aus Oberschlesien zurückzog. In diesem Jahr meldete der damalige Gemeindepfarrer von St. Andreas den Behörden in Oppeln, dass die andauernden Kriege, wie auch die Einquartierung des französischen Militärs, Durchmärsche und ausgebreitete Lager gewaltige wirtschaftliche Verschuldung von Zabrze zur Folge haben.

 

Die Franzosen erscheinen zum zweiten Mal in den Jahren 1870‑71 während des Preußisch ‑Französischen Krieges, nicht aber als Sieger, sondern als zur Arbeit in die hiesigen Gruben und Hütten herbeigeschaffte Kriegsgefangene.

 

Die von Auszehrung und Krankheiten verstorbenen französischen Gefangenen wurden in einem Massengrab in Mathesdorf auf einem Hügel in Richtung Klausberg beerdigt. Im Jahr 1910, wie der erste Stadtpräsident von Zabrze Paul Dubiel erinnert, war diese Geschichte und der Begrabungsort allgemein im Bewußtsein der Bevölkerung noch vorhanden. Bis zum heutigen Tage blieben jedoch in den Archiven keine Dokumente erhalten, aus denen ersichtlich wäre, wo genau und ob mit Sicherheit dort Kriegsgefangene beerdigt wurden. Auf jeden Fall befand sich dieses Massengrab unweit der heutigen Volksschule in der Tannenbergstraße (ul. Grunwaldzka). Von diesem Massengrab ist jedoch keine Spur mehr vorhanden.

K.F.