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15. Oktober 2001

Eine neue Schnellstraße

Die neue Schnellstraße, die demnächst quer durch das oberschlesische Industriegebiet gebaut werden soll, führt auf einem Streckenabschnitt quer durch die Innenstadt von Hindenburg. Das Stadtamt hat die Konzeption der Schnellstraße bereits bestätigt, was bedeutet, daß die Behörden den Verlauf der neuen Straße akzeptiert haben, Gelände unter deren Bau abgeben und sich verpflichtet, dieses Gelände entsprechend vorzubereiten. Es bedeutet jedoch nicht, daß die Gemeinde irgendwelche finanziellen Verpflichtungen eingeht.
Diese Schnellstraße ist nämlich keine Investition einer Stadt durch deren Gebiet sie verläuft. Das Geld für deren Finazierung kommt zum Teil aus dem Zentralbudget, zum anderen Teil von der Europäischen Aufbau- und Entwicklungsbank, und über diese Gelder verfügen die Woiwodschaftsbehörden. Die Gemeinde hat auch leider keinen Einfluß auf den Baubeginn und das Bautempo schreibt das Hindenburger Monatsblatt "Nasze Zabrze" (Unser Zabrze) in Nr. 6 vom Juni dieses Jahres.
Aus dieser Zeitschrift stammt auch die beigefügte Skizze, in welche wir für unsere Leser hier in Deutschland die alten Straßennamen eingefügt haben. Und wir lesen weiter: Man muß also Gelände aufkaufen das in Privatbesitz ist, Entschädigungen auszahlen und vor allem für Wohnungen für jene sorgen, deren Häuser abgerissen werden. Die Gemeinde spielt hier die Rolle des Vermittlers. Sie realisiert diese Vorhaben, gibt jedoch nicht eigenes Geld aus, denn dieses kommt von den Landesbehörden.
Am meisten zu tun gibt es auf dem Gebiet von Zaborze auf der südlichen Seite der KronprinzenstraBe, von der Grenze zu Ruda bis zur Straßenunterführung der Eisenbahn bei den Elektrizitätswerken (OEW) und im Bereich der Nachbarstraßen. Das ist das einzige Gebiet der neuen Schnellstraße mit einer geschlossenen Bebauung, aus dem fast sämtliche Objekte beseitigt werden. Das gleiche betrifft die anliegenden Straßen: Bielschowitzer, Piekarer, Kunzendorfer vom Eisenbahnübergang bis zur Kronprinzenstraße, Nikolaier von der Röhrig bis zur Kronprinzenstraße, Kleiner Winkel, RöhrigstraBe, Hakenweg und die komplette Parallelstraße. Einige dort vorhandene Häuser verbleiben, aber weil sie zu wenig Abstand zur Schnellstraße haben, werden sie nicht mehr als Wohnhäuser benutzt.
Seit längerer Zeit schon dürfen im geplanten Bereich der Schnellstraße keine Renovierungsund Bauarbeiten durchgeführt werden. Insgesamt gehen in dieser Region Wohnhäuser mit rund 300 Wohnungen verloren. Damit die bisherigen Mieter ihr gewohntes Umfeld nicht aufgeben müssen, werden für sie in Zaborze neue Häuser gebaut. Dieses Unternehmen ist für einige Jahre geplant. In diesem Jahr wird die Enteignungsprozedur beginnen.
Wenn wir nun weiter gehen, durchschneidet die Schnellstraße die Mündung der Waldstrasse, führt von östlicher Seite an der Kläranlage der OEW vorbei, dann über ein Brachland und weiter über die im Herbst 1998 liquidierte Bahnstrecke, über die GuidostraBe und DorotheenstraBe. Hier verläuft sie zwischen den Bebauungen der Maschinenwerke der Bergbauindustrie und der Sporthalle, nördlich vorbei an der ehemaligen Wohnlaubensiedlung und von südlicher Seite an den Niedrigbebauungen der Burchardistraße. Weiter verläufte sie durch den Guidowald, über die Bahnlinie Gleiwitz - Kattowitz-Idaweiche bis zur Stadtgrenze von Gleiwitz. Vorgesehen sind sechs Anschlüsse der Schnellstraße an das vorhandene Stadtnetz:

1. Kampfbahnallee an der Stadtgrenze Möglichkeit zweiseitiger Auffahrt von der Schnellstraße direkt westlich der Bahnlinie Kattowitz-Idaweiche - Gleiwitz. Von diesem Knotenpunkt Zufahrt in die Kampfhahnallee und nach Sosnitza (Gehringen).

2. Ehemalige Adolf-Hitler-Straße - zweiseitige Verbindung mit dem tiefer gelegenen Kreisel, der an der Kreuzung der A. Hitler und BurchardistraBe entsteht. Die A.-Hitler-Straße wird bis zur Makoschauer Strafe entlang der (UO) früheren Schmalspurbahn verlängert. Auf der Spur des 1998 liquidierte Bahndammes wird eine neue Straße in Richtung Verbindung der Kampfbahnallee und Michaelstraße gebaut, wo auch ein Kreisel entsteht.

3. Guidostraße - zweiseitige Verbindung am neuen Verlauf der Guidostraße, die "begradigt" wird: die Einmündung in die Kronprinzenstraße wie bisher, Einmündung in die Dorotheenstraße in Höhe der Makoschauer Straße im Bereich der ARAL-Tankstelle.

4. Waldstraße (gegenüber der Elektrizitätswerke OEW) - Auffahrt in Richtung Gleiwitz, Abfahrt aus Richtung Kattowitz. Zwei Verbindungsstraßen der Schnellstraße mit der Kronprinzenstraße verlaufen zwischen der Mündung der Waldstraße mit dem Bahntunnel.

5. Luisenstraße, Turnerweg (Bereich Zaborze) - Abfahrt aus Ruchtung Gleiwitz, Auffahrt in Richtung Kattowitz.

6. Bereich Piekarer- und Bielschowitzerstraße - beidseitig Anschluß, der ein schnelles Erreichen von Antonienhütte, Zaborze, und in Zukunft auch Biskupitz und Pilzendorf ermöglicht.

Sämtliche Anschlüsse werden kollisionsfrei sein. Die Schnellstraße wird aus drei Fahrbahnen und einer Standspur für jede Richtung bestehen. Die Parameter der Schnellstraße schließen scharfe Kurven, ebenerdige Kreuzungen und Fußgängerübergänge aus. An Stellen, an denen die Schnellstraße sehr nahe an Wohnhäusern vorbeiführt, werden schalldämpfende Abschirmungen installiert.
Die Zeitschrift berichtet in ihrem Artikel weiter über die Veränderungen im Verkehrsnetz im gesamten Stadtgebiet. Zu den wichtigsten Veränderungen gehört die notwendige Verbindung von Zaborze und Biskupitz. Weiter soll am Berührungspunkt der Kronprinzen- und Guidostraße ein Kreisel entstehen, der auch eine Verbindung mit der Saarlandstraße schaffen soll. Es würde heute zu weit führen, alle Veränderungen zu erläutern. Wir werden in Zukunft noch oft zu diesem Thema zurückkehren und unsere Informationen an Sie, liebe Leser unserer Heimatzeitung, weitergeben.
Nun noch kurz die Zusammenfassung des Abschlusses des Artikels und die Frage: Wann wird diese Schnellstraße dem Verkehr übergeben?

In diesem Jahr beginnen die Vorbereitungsarbeiten auf dem Gebiet von Hindenburg, Ruda und Gleiwitz. Wenn aber jemand meint, es wäre dann nur noch ein Schritt zu der neuen Schnellstraße, der irrt sich leider. Es ist vorgesehen, daß wenn in den nächsten Jahren mindestens die Hälfte der erforderlichen Grundstücke übernommen ist, dann könnte man Ende 2003 oder Anfang 2004 mit den konkreten Bauarbeiten beginnen. Weiter hängt alles von der Finanzierung ab. Wenn die optimale Variante zutrifft - eine Hälfte der Gelder aus dem Staatsbudget und die andere aus europäischen Krediten, könnte die gesamte Schnellstraße, also auch der Hindenburger abschnitt, im Jahr 2008 abgeschlossen sein.
K. F.