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Oberschlesien Aktuell vom 01.04.2001
Der Landesverband Thüringen des Bundes der Vertriebenen veranstaltet
am 8. April eine Abstimmungsgedenkfeier aus Anlaß der Volksabstimmung
in Oberschlesien. Sie findet im Erfurter Rathaus statt und
beginnt um elf Uhr. Die Festansprache hält Paul Latussek.
Das Haus der deutsch-polnischen Zusammenarbeit HdpZ (ul. Rybnicka 27, 44-100 Gliwice, Tel. 032-232-49-02) bietet im Rahmen seiner Vortragsreihe „Lokale Geschichte“ im April folgende Veranstaltungen mit kompetenten Referenten an: Am 8. „Ostersitten und -bräuche im Kreis Krappitz“ (Krappitz); am 24. „Migration der Gleiwitzer Bevölkerung nach dem 2. Weltkrieg - Vertreibung, Umsiedlung und Emigration“ (Gleiwitz); am 25. „Das Fürstentum Neisse“ (Neisse); am 26. „Nachkriegsgeschichte der Gemeinde Groß Peterwitz“ (Groß Peterwitz). Noch nicht bekannt ist der Termin einer Veranstaltung zur Geschichte von Paulsdorf, die in Landsberg stattfinden soll. Die Vorlesungsreihe organisiert das HdpZ in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und den lokalen DFK-Kreis- bzw. Ortsvereinen. Die genauen Anfangszeiten und Veranstaltungsorte können bei den DFK-Gruppen oder beim HdpZ erfragt werden.
Die „Bewegung für die Autonomie (Ober-)Schlesiens“ (RAS) lädt am 22. April zu einem Gedenkgottesdienst aus Anlaß des 760. Jahrestages der Schlacht von Wahlstatt in die Christ-König-Kathedrale zu Kattowitz. Die Meßfeier beginnt um zwölf Uhr.
Am 12. Mai findet das diesjährige Heimattreffen der Gemeinde Proskau in Steinbach/Taunus statt. Veranstaltungsort ist das evangelische Gemeindehaus. Interessenten wenden sich bitte an: Norbert Koch, Max-Planck-Straße 14, 63150 Heusenstamm (Te. 06104/61399).
Die Bundesheimatgruppe Oberglogau wird gemeinsam mit der örtlichen DFK-Ortsgruppe voraussichtlich im September ein Symposium „Europabrücke Oberschlesien“ veranstalten. Veranstaltungsort ist das neue Kulturhaus in Zülz.
Die „Stiftung für Entwicklung Schlesiens“ wird auch weiterhin vom Bundesinnenministerium finanziell gefördert. Damit scheint der monatelange Streit zwischen Berlin und dem DFK beigelegt (siehe UO v. 15. Februar, S. 4). Das Bundesinnenministerium wird bis zum EU-Beitritt Polens über die Rückflußmittel, die im heute im Besitz der Stiftung sind, entscheiden; danach wird die Stiftung über die eingegangenen Rückflußmittel (bislang knapp 50 Millionen Mark) selbst entscheiden können. Im Gegenzug müssen bis zum Ende dieses Jahres innerhalb der Stiftung personelle Konsequenzen erfolgt sein.
Den Beitritt Polens zum Minderheiten-Rahmenübereinkommen des Europarates, das nach der Ratifizierung am 1. April in Kraft trat, hat der Bundesaussiedlerbeauftragte Jochen Welt (SPD) bei seinem jüngsten Polen-Besuch begrüßt. Jochen Welt erklärte: „In meinen Gesprächen mit Vertretern der polnischen Regierung habe ich wieder einmal festgestellt, daß ein echtes Interesse an einer kooperativen Zusammenarbeit mit der deutschen Minderheit besteht.“ Jetzt gehe es darum, den eingeschlagenen Weg fortzuführen und gerade bei der Projektplanung Synergien auf allen Ebenen zu entwickeln. Das große Interesse der polnischen Regierung an der Integrationspolitik für Spätaussiedler in Deutschland zeige zudem, daß hier ein Dialog stattfinde, der eine wertvolle Basis für die weitere Zusammenarbeit im geeinten Europa ist.“ Das innenpolitische Engagement der polnischen Regierung für die deutsche Minderheit sei deutlich geworden bei der Aufstockung der diesjährigen Fördermittel im Bereich Kultur und Bildung um 120.000 Mark auf knapp 400.000 Mark.
Der DFK-Bezirksvorstand „Schlesien“ (Kattowitz) hat auf einer Vorstandssitzung beschlossen, bei der voraussichtlich im September stattfindenden Sejmwahl eigene fünf Kandidaten aufzustellen. 17 Vorstandsmitglieder votierten in der entscheidenden Abstimmung für die Aufstellung einer eigenen Wahlliste, sechs sprachen sich für eine Unterstützung der neuen Bürgerplattform (PO) aus und vier Vorstandsmitglieder stimmten für eine gemeinsame Liste mit den Sozialdemokraten (SLD). Spitzenkandidat im Wahlbezirk Rybnik (Kreis Ratibor und südöstliches Oberschlesien) ist der Ratiborer Landrat Marek Bugdol. Weitere Mitglieder sollen in den Wahlbezirken Gleiwitz (westliches Revier) und Kattowitz kandidieren. Aufgrund des neuen Zuschnitts der Wahlbezirke bestehen lediglich in den Wahlbezirken Gleiwitz (neun Abgeordnete) und Rybnik (ebenfalls neun) Chancen zur Wahl eines deutschen Sejmabgeordneten, allerdings auch nur dann, wenn sich die Minderheit darauf verständigen kann, in den beiden Bezirken jeweils einen Spitzenkandidaten zu unterstützen.
Der westfälische Kreis Soest und der Kreis Groß Strehlitz werden voraussichtlich eine Partnerschaft eingehen. „Läuft alles nach Plan, könnte es sehr schnell gehen“, ist die Kreisverwaltung überzeugt, die Ende März Gäste aus der oberschlesischen Stadt empfing. „Die Vorzeichen stehen günstig, gehören dem 35 Mitglieder zählenden Kreisrat in Strzelce Opolskie 20 Persönlichkeiten der deutschen Minderheit an. Mit der Verständigung dürfte es da keine Schwierigkeiten geben“, heißt es. Im Juni will Landrat Wilhelm Riebniger die anberaumte Partnerschaft dem Kreistag zur Abstimmung vorlegen. Im Herbst wird eine Delegation aus dem Kreis Soest nach Oberschlesien fahren, um die Urkunden auszutauschen. Der Kreis Soest übernahm 1957 die Patenschaft über die vertriebenen und ausgesiedelten Oberschlesier aus dem zukünftigen Partnerkreis. Im Stadtarchiv existiert ein Groß Strehlitz-Zimmer.
Die Oberschlesische Unternehmensschule in Königshütte heißt seit dem 24. März „Karl-Godulla-Unternehmensschule“. Der Festakt der Namensgebung wurde von einer Konferenz umrahmt, die sich dem Leben und Wirken sowie der Mystifizierung des oberschlesischen Magnaten widmete.
In Frankfurt an der Oder formierten sich Mitte März gleich mehrere deutsche, polnische und tschechische Umweltschutzgruppen zu einem länderübergreifenden Aktionsbündnis „Zeit für die Oder“. Die vor allem in Niederschlesien aktiven Umweltschützer kritisieren Polens Investitionsprogramm „ODRA 2006“, das mit Hilfe der EU den Ausbau der Oder zu einer internationalen Großschiffahrtsstraße verfolgt. Durch die Begradigung und den Ausbau der Mutter Schläsing - u.a. bis zu 1,80 Meter Tiefgang und Schiffbarmachung für 180 Meter lange Schubverbände - werden für mitteleuropäische Verhältnisse einzigartige Auenlandschaften, Pflanzen- und Tierarten zerstört. Nach Ansicht der Kritiker erhöhe die geplante Begradigung der Oder die Hochwassergefahr enorm. Weitere Informationen: www.odra2006.pl (Umweltzerstörer) und www.odra.org.pl (Umweltschützer).
Die EU wird innerhalb der kommenden drei Jahre den Bau einer Schnellstraße von Kattowitz zum Flughafen Pyrzowice finanzieren. Für die 13 Kilometer langen Zubringerstraße werden aus dem PHARE-Fonds 40 Millionen Mark bereitgestellt. Warschau wird weitere 1,5 Millionen Mark und die Woiwodschaft Kattowitz zusätzlich 1,8 Millionen bereitstellen.
In den vergangenen 15 Monaten ist die Arbeitslosigkeit in Polen (15,6 Prozent, das sind 2,9 Millionen Arbeitslose) deutlich angestiegen. Allein in der Woiwodschaft „Schlesien“ (Kattowitz) werden 285.000 Arbeitslose gezählt, was einer Quote von 15,3 Prozent entspricht. Damit hat sich hier die Zahl der Arbeitssuchenden in den letzten anderthalb Jahren verdoppelt. Besonders betroffen sind die Revierstädte: Königshütte (18 Prozent), Beuthen (17,9), Tichau (14,2), Peiskretscham (27,9), Sohrau (26,9), Ruda (16,8), Hindenburg (20) - dagegen ist die Woiwodschaftshauptstadt mit sechs Prozent noch äußerst komfortabel bedient. In der Nachbarwoiwodschaft Oppeln liegt die Arbeitslosenquote bei 15,5 Prozent (72.900 Arbeitslose), wobei bezirksweit der Kreis Neisse mit 25 Prozent an der Spitze liegt. Nur wenige Prozentpunkte besser sieht es in den Kreisen Namslau, Brieg, Kreuzburg und Leobschütz aus. Entscheidend für die diesjährige Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im Oppelner Bezirk ist die weitere Zukunft beim krisengeschüttelten Multikonzern Daewoo. Sollten die neuerlichen Gerüchte zutreffen, daß sich die Koreaner komplett aus Polen zurückziehen werden, würden allein in Neisse 900 Arbeitsplätze bei „Nysa Motor“ verlorengehen.
Das in unserer letzten Ausgabe veröffentlichte Kalendarium der Ereignisse in Oberschlesien von 1917 bis 1922 ist jetzt im Internet auf www.slonsk.de abrufbar. Dort kann sich jeder mit qualifizierten Kommentaren und Notizen am Ausbau des Kalendariums beteiligen und mitdiskutieren.
Im einem Zeitungsgespräch äußerte der Sejmabgeordnete Heinrich Kroll die Hoffnung, daß bei der anstehenden Sejmwahl die Minderheit im Wahlbezirk Oppeln drei bis vier der 13 zu vergebenden Abgeordnetensitze gewinnen könnte. Im Gegensatz zu 1997, als die AWS die polnische Rechte habe sammeln können, stehe bei diesen Wahlen ein zersplittertes Parteienspektrum um die Gunst der Wähler an. Das erhöhe die Chancen der Minderheitenliste, sofern es ihr gelingen sollte, mehr als die Hälfte ihrer potentiellen Sympathisanten zu mobilisieren. Die deutsche Minderheit muß im Wahlbezirk die fünf Prozent-Hürde überspringen
Im August wird in Rybnik eine Filiale der Schlesischen Universität Kattowitz eröffnet. Später sollen in der Bergbaustadt zweitausend Studenten in wirtschaftswissenschaftlichen Fächern unterrichtet werden. Aus dem EU-Förderprogramm PHARE sind für den Bau des Campus’ und für die Einrichtung 25 Millionen Mark gekommen.
Fast wurde er von uns vergessen: Jupp Kompalla feierte am 13. März seinen 65. Geburtstag. Der Kattowitzer durfte mit seinen Eltern 1958 nach Deutschland aussiedeln und fand in Krefeld eine neue Heimat. Schnell wurde der 19fache polnische Eishockey-Nationalspieler zur Legende unter den Eishockey-Schiedsrichtern in Deutschland. Kompalla habe die Stadt „in der ganzen Welt bekannt gemacht“, schreibt Oberbürgermeister Dieter Pfützhofen an den Jubilar. Dessen Tochter Nicole übrigens trat in seine Fußstapfen; sie war die erste weibliche Eishockey-Scheidsrichterin der Welt und leitet heute Spiele in der zweiten Liga.
In einem Interview mit der „Nowa Trybuna Opolska“ hat sich der frühere Vorsitzende der Landsmannschaft Schlesien, Herbert Hupka, zufrieden über den derzeit laufenden Prozeß gegen den ehemaligen Lamsdorf-Kommandanten Czeslaw Geborski geäußert. Dieser Prozeß stelle eine Erfüllung seines Lebenswerkes dar, da endlich auch polnische Täter, die nach 1945 in Verbrechen an Ostdeutschen verwickelt waren, belangt würden. Hupka hielt sich für mehrere Tage in Oberschlesien auf, wo u.a. auch mit dem Geschäftsführer des „Verbandes der deutschen Gesellschaften in Polen“, Joachim Niemann, zusammentraf. Bei einem Gespräch mit Erzbischof Nossol habe man über das Ende August in Annaberg stattfindende „Welttreffen“ der Einwohner aus dem Bezirk Oppeln gesprochen, berichtete Hupka.
Der Kreisrat Groß Strehlitz hat die Einrichtung eines bilingualen Gymnasiums in Groß Strehlitz beschlossen. Vier der 34 Kreistagsmitglieder stimmten gegen den Antrag. Der polnische Bürgermeister von Groß Strehlitz sprach sich ebenfalls gegen ein zweisprachiges Gymnasium aus.
Am 23. Juni erhalten gleich drei Oberschlesier den vom niedersächsischen Innenministerium verliehenen Schlesischen Kulturpreis. Neben dem aus Neisse stammenden Literaturwissenschaftler und Dichter Peter Horst Neumann zählen auch der Oppelner Erzbischof Alfons Nossol und der polnisch-oberschlesische Filmschauspieler Franciszek Piecka zu den insgesamt vier Preisträgern, wozu sich noch der aus Oels stammende Maler Sigmar Polke gesellt. Die vier Preise sind mit jeweils 10.000 Mark dotiert.
Beuthener organisieren am zweiten Maiwochenende in Vallendar
einen „Chortreff St. Hyazinth“. Weitere Infos: Erich Kondek,
Siegenbergstraße 146, 73262 Reichenbach, Tel. 07153/51256.
Das im 17. Jahrhundert
barockisierte Schloß
Zülz, in dem in den vergangenen Jahren ein Möbellager
einquartiert war, ist zum Verkauf ausgeschrieben worden. Das
Verkaufsschild ist übrigens zweisprachig ausgeschrieben.
Der Europäische Gerichtshof in Straßburg wird bis September darüber entscheiden, ob Polen einen „Bund der Bürger (ober-)schlesischer Nationalität“ zulassen muß, was einer Anerkennung einer oberschlesischen nationalen Minderheit gleichkäme. Die Klage wurde von den Initiatoren des Bundes eingereicht, nachdem vor drei Jahren das Woiwodschaftsgericht Kattowitz nach zunächst erfolgter Zulassung des Minderheitenverbandes die erteilte Registrierung widerrief. Der Gründungsversuch führte damals zu heftigen Diskussionen und Auseinandersetzungen in Warschau und Oberschlesien.
Bis zum 31. Juli dieses Jahres muß das Oberharzer Bergwerksmuseum 25.000 DM aufgebracht haben, um die drei Folianten umfassenden Familienbücher Hugo Kochs der Öffentlichkeit erhalten zu können. Es sind kulturhistorische Dokumente von hohem Rang. Die Bücher bestehen aus zwei Teilen, zum einen ist es die Familienchronik, zum anderen eine Autobiographie Kochs, mit der er 1915 im Alter von 70 Jahren begann. Bis 1932 hat er an der Autobiographie gearbeitet und seine Lebensgeschichte mit allen Verflechtungen bis zum Jahre 1911 verfaßt. Hugo Koch, Bruder des Nobelpreisträgers Robert Koch (1843 bis 1910), studierte Bergbau und war lange Jahre in verantwortlicher Position für weite Bereiche des oberschlesischen Bergbaus und Hüttenwesens tätig. 1901 zieht er nach Berlin um, wo er 1932 stirbt. Die Familienbücher wurden nach dem Tode Hugo Kochs von seiner Tochter Irmgard aufbewahrt. Kurz vor ihrer Flucht aus Oberschlesien überließ sie sie einer Treuhänderin, durch Vermittlung der polnischen Regierung und der Botschaft der DDR gelangten die Bücher schließlich 1955 wieder zu Irmgard Koch in Berlin. Im Jahr 1996 wurde ein Archiv-Vertrag geschlossen zwischen der Samtgemeinde und Ernst Koch, daß das Bergwerksmuseum die archivalische und wissenschaftliche Bearbeitung übernehme. Vor einem Jahr nun kündigte der Sohn Ernst Kochs den Vertrag und verlangte die Herausgabe der Familienbücher, verbunden mit dem Angebot, die Bücher zu kaufen. Den Oberharzern sei die Zusammentragung des Kaufbetrages gewünscht, um Kochs Aufzeichnungen über Oberschlesien dem öffentlichen Zugang zu erhalten.
Erstmals erhält die Oberschlesische Trachtengruppe in Berlin aus dem diesjährigen 150 Millionen Mark umfassenden Fördertopf der Berliner Lotto-Stiftung einen finanziellen Zuschuß. Damit die Gruppe an der 31. Steuben-Parade in Philadelphia teilnehmen kann, werden die Reisekosten mit 10.000 Mark bezuschußt.
Der polnische Unternehmer Franciszek Jopek hat für fast 100.000 Mark das zwischen Falkenberg und Krappitz gelegene neugotische Schloß Dobrau (Burgwasser) erworben. Es gehörte einst der Grafenfamilie Seherr-Thoss und fiel in der Nachkriegszeit einem Brand zum Opfer und ist seitdem eine Ruine. Der von Eduard Petzold angelegte und 30 Hektar große Landschaftspark verwilderte. Jopek will das Schloß nach Originalvorlagen aus deutschen und polnischen Archiven wiederaufbauen und auch den Schloßpark wiederherrichten. Die Kosten werden auf mehr als zehn Millionen Mark geschätzt. In der ehemaligen Schweitzerei soll ein Hotel entstehen, wie es bereits früher bestanden hatte.
Am ersten Juni-Wochenende wird in der Patenstadt Fulda das 24. Oberglogauer Heimattreffen stattfinden.
In der Pfarrkirche von Groß Stanisch (Groß Zeidel) sind vom Ortspfarrer Lothar Maruska Gedenktafeln zur Erinnerung an die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Dorfbewohner eingeweiht worden.
Mitte März hat der rheinland-pfälzische Innenminister Walter Zuber (SPD) dem Kreis Altenkirchen für seine Zusammenarbeit mit dem oberschlesischen Partnerkreis Krappitz einen Geldpreis von 7.000 Mark überreicht. Das Land würdigt damit die seit Mai 2000 bestehende Partnerschaft für die geleistete Arbeit auf den Gebieten der Durchführung von Verwaltungsseminaren und des Kulturaustausches. Ein besonderer Schwerpunkt des Kontaktes liegt zudem im Schüler- und Jugendaustausch.
In der jüngsten Ausgabe 4 (41)/2000 der Quartalszeitschrift „Slask Opolski“ sind neben drei Aufsätzen, Rezensionen und Buchanzeigen u.a. ein interessanter Beitrag über das polnische Arbeitslager in Albrechtsdorf (1945 - 1946) im Kreis Rosenberg aus der Feder von Edmund Nowak enthalten. Das Heft kann beim Instytut Slaski, ul. Piastowska 17, 45-082 Oppeln bestellt werden.
Bereits Ende des vergangenen Jahres hat die „Bewegung für die Autonomie (Ober-)Schlesiens“ (RAS) in Himmelwitz eine Ortsgruppe gegründet. Der 6.200 Mitglieder zählende Verband, der 1990 gegründet wurde, ist damit erstmals außerhalb der Woiwodschaft „Schlesien“ (Kattowitz) mit einem Ortsverein vertreten, ein Umstand, der in der oberschlesischen Lokalpresse im Hinblick auf das Verhalten der DFK-Mitglieder und -Sympathisanten mit großem Interesse kommentiert worden war. Bei den letzten Senatswahlen 1997 gewannen die beiden Kandidaten der Autonomisten in den Wahlkreisen Gleiwitz und Kattowitz immerhin 240.000 Stimmen. In einigen Gemeinden und Kreisen im südöstlichen Oberschlesien ist die RAS vertreten. Ein schriftliches Angebot des RAS-Vorstandes an den DFK-Bezirksverband Oppeln, im Interesse Oberschlesiens zusammenzuarbeiten, blieb unbeantwortet.
Mitte März ist mit der Modernisierung der BAB 13 zwischen Berlin und Dreieck Spreewald begonnen worden, die sich bis 2007 hinziehen soll. Die Baumaßnahmen für das 60 Kilometer lange Teilstück sowie für 39 Brückenprojekte werden 270 Millionen Mark kosten. Derzeit wird die BAB 13 nach Überbleibseln aus den letzten Kriegswochen 1945 abgesucht. Die Autobahn bildete beim „Kessel von Halbe“ eine der Hauptkampflinien. Die BAB 13 wird täglich von durchschnittlich 40.000 Fahrzeugen benutzt, wobei es in Ferienzeiten durch den Reiseverkehr Richtung Oberschlesien kurzfristig auch zu Spitzenwerten kommen kann. Aufgrund der Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 Kilometer pro Stunde ist mit erheblichen Zeitverzögerungen zu rechnen.
Im Internet können jetzt aktuelle Nachrichten aus „Unser Oberschlesien“ auf www.oberschlesien.de/pocket-pc abgerufen werden. Somit können auch unterwegs die Nachrichten aus der Rubrik "Oberschlesien aktuell“ nachgelesen.
In diesen Tagen hat das Joseph von Eichendorff-Konversatorium (pl. Sw. Sebastiana 3, 45-030 Oppeln, Tel. 077-4530584) den Doppelband 28/29 seiner zweisprachigen „Hefte für Kultur und Bildung“ herausgegeben. Der Inhalt setzt sich u.a. aus Beiträgen über Eichendorff, das Lubowitzer Eichendorff-Zentrum und nationale Identität zusammen.
22 Persönlichkeiten aus Politik, Kirche, Kultur und Wissenschaft aus den Woiwodschaften Oppeln und „Schlesien“ (Kattowitz) haben in einem gemeinsamen Aufruf an die polnische Regierung und das Abgeordnetenhaus apelliert, bestehende Gesetze dergestalt zu ändern, damit Oberschlesier, die vor dem 1. September 1939 die deutsche Staatsbürgerschaft besaßen und in der Nachkriegszeit in die Sowjetunion zur Zwangsarbeit verschleppt wurden, in den Genuß von Zusatzrenten gelangen. Diese Oberschlesier seien „Brüger 2. Klasse“, obwohl die Staatsangehörigkeit den Wert eines Menschen nicht darstellen könne. Das Schicksal dieser Zwangsarbeiter sei jahrzehntelang tabuisiert worden, heißt es. Ein Gesetz vom 31. Mai 1996 sichert bislang lediglich jenen Personen für ihre in deutschen und russischen Zwangarbeitslagern verbrachten Zeiten eine zusätzliche Rente zu, die am 1. September 1939 die polnische Staatsbürgerschaft besaßen. Der Aufruf, der am 23. März im Kattowitzer „Dziennik Zachodni“ erschien, ist u.a. von den Bischöfen Wieczorek (Gleiwitz) und Zimon (Kattowitz) sowie von den Historikern Joachim Glensk (Oppeln), Piotr Greiner und Ryszard Kaczmarczyk (beide Kattowitz), von der deutschen Professorin Joanna Rostropowicz (Oppeln) und dem Vorsitzenden der „Bewegung für ein autonomes (Ober-)Schlesien“, Krzysztof Kluczniok, unterzeichnet worden.
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