Aktuell 02

Im Rahmen der regionalen Infrastrukturhilfe für die Euroregion "Altvatergebirge" unterstützt der EU-Hilfsfond PHARE mit vier Millionen Mark den Bau einer Umgehungsstraße für Neustadt.

Aus dem Haushaltstopf für die Förderung der deutschen Minderheit hat das Bundesinnenministerium seit 1991 fast zehn Millionen Mark für die Modernisierung von polnischen Krankenhäusern ausgegeben. In diesem Jahr wurden medizinische Geräte im Wert von einer Million Mark an 25 Krankenhäuser in den Woiwodschaften Niederschlesien, Oppeln und "Schlesien" (Kattowitz) geliefert. Im letzten Jahr umfaßten die Hilfslieferungen zwei Millionen Mark. Der Vorsitzende der dem DFK nahestehenden "Deutschen Wohltätigkeitsgesellschaft", Sejmabgeordneter Helmut Pazdzior, äußerte in einem Zeitungsgespräch die Hoffnung, daß das Bundesinnenministerium im laufenden Jahr noch weitere Hilfsmaßnahmen genehmigen wird, unter anderem die Finanzierung neuer kardiologischer Geräte. In diesem Jahr sind im Bezirk Oppeln bislang die Krankenhäuser in Patschkau, Rosenberg, Malapane, Oppeln, Neisse, Grottkau, Krappitz und Groß Strehlitz berücksichtigt worden.

Auf dem symbolischen Friedhof für die Totendes Nachkriegslagers Lamsdorf, dessen Einweihung für den kommenden Mai geplant ist, werden Steintafeln mit 1.168 Namen von Opfern errichtet. Da die Totenliste nicht vollständig ist, wird eine zusätzliche Steintafel symbolisch ohne Namen bleiben. Im Falle des Auffindens weiterer Listen mit Namen von im Lager umgekommenen Häftlingen sollen diese nachgetragen werden.

Die regionale "Revierautobahn" (DTS) von Kattowitz über Königshütte und Hindenburg nach Gleiwitz soll bis zum Jahr 2008 endgültig fertiggestellt sein. Das fehlende Teilstück zwischen Gleiwitz und Ruda wird ab 2004 gebaut, da die Finanzierung erst jetzt sichergestellt werden konnte. Die Schnellstraße ist bereits seit sieben Jahren im Bau. Der Schnellweg soll den bisherigen starken Transitverkehr aufnehmen, der durch die Revierstädte Beuthen, Königshütte und Kattowitz führt.

Nach wie vor sind im Odergebiet die Spuren sichtbar, die das Jahrhunderthochwasser von 1997 hinterlassen hat. Das Unternehmen Henkel Polska hat der Stadt Ratibor nun 1.500 Geräte zur Verfügung gestellt, um in öffentlichen Gebäuden und Privathaushalten den Pilz? und Schimmelbefall zu bekämpfen und eine Herabsetzung der Luftfeuchtigkeit zu erreichen. Das Hochwasser von 1997 hatte Schäden in Höhe von fünf Milliarden Mark zur Folge, davon fielen in den Bezirken Niederschlesien 1,4 Milliarden Mark, Oppeln 600 Millionen und in "Schlesien` (Kattowitz) eine Milliarde an.

Die Gemeinden in der Woiwodschaft Oppeln warnen vor einem finanziellen Kollaps im Bildungswesen. So würden für das Schulwesen in diesem Jahr mindestens 35 Millionen Mark benötigt. Der Zentralstaat werde den Kommunen aber nur 5,5 Millionen Mark zur Verfügung stellen. Bereits jetzt beanspruche das Bildungswesen fast zwei Drittel der Gemeindehaushalte. Gegen das Finanzund Bildungsministerium habe der Oppelner Gemeindebund zudem eine Klage eingereicht, da beide Ministerien für das letzte Quartal 2000 noch eine Zahlung von 125.000 Mark schuldig sind.

Der Jerzy-Zietek-Kultur- und Woiwodschaftspark in Königshütte fürchtet um seine finanzielle Zukunft. Der Sejmik hat es abgelehnt, den Freizeitpark über das laufende Jahr hinaus staatlich weiterhin zu finanzieren. Der Park soll in seinen einzelnen Themengebieten (Lunapark, Zoo, Planetarium etc.) aufgeteilt und an private Investoren verpachtet werden. Für die Gehälter der derzeit 470 Beschäftigten müsse der Staat allein fünf Millionen Mark aufbringen, obgleich durch Eintrittsgelder und Spenden lediglich zwei Millionen als Einnahmen zu verbuchen sind. Die Hälfte der Mitarbeiter soll entlassen werden, wird befürchtet: Kritiker weisen dagegen auf den ohnehin schon geringen Personalbestand hin; so würden die 470 Hektar von nur 80 Mitarbeitern gepflegt, während es zum Vergleich in Westeuropa bei ähnlichen Parkanlagen mehr als doppelt so viele Gärtner und Techniker seien.

Sejmikabgeordneter Helmut Pazdzior hat bei einem Besuch in Himmelwitz die deutschen Oberschlesier dazu aufgerufen, im alltäglichen Leben vermehrt die deutsche Sprache zu benutzen und diese intensiver zu erlernen. Er bemängelte, daß die Woiwodschaft Oppeln vom polnischen Bildungsministerium hinsichtlich der Verbreitung und Anwendung der deutschen Sprache lediglich auf den sechsten Platz unter 16 Verwaltungsbezirken eingestuft worden ist, hinter den Woiwodschaften Niederschlesien, Hinterpommern, Lodz, "Schlesien" (Kattowitz) und Lebus. Dieses Ergebnis überrascht und motiviert zu einer Gegenprüfung.

In diesen Tagen entscheidet der Sejm, das polnische Abgeordnetenhaus, über das Investitionsprogramm "Odra 2006". Die Beratungen über das vorliegende Gesetz gehen bereits in das vierte Jahr. Das Programm sieht vor, in einer Bauzeit von 16 Jahren für rund 4 Milliarden Mark die Oder zu einer leistungsfähigen Wasserstraße auszubauen, Polderwiesen, Wasserstufen sowie Kraftwerke zu errichten oder zu modernisieren und die veralteten Schleusenanlagen des KlodnitzKanals zu sanieren. Die Polderwiesen sollen hundert Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen können. Der Hochwasserschutz soll auch durch den Bau eines großen Rückhaltebeckens südlich von Ratibor gestärkt werden. Die Verwirklichung des Gesetzes ist allerdings abhängig von der Europäischen Union, die die Hälfte der Investitionssumme übernehmen würde, sollte Polen die von ihr geforderten Umweltschutzauflagen erfüllen. WWF und Umweltschutzverbände kritisieren die Regulierung der Oder. Sie sei unwirtschaftlich und vernichte für Europa inzwischen selten gewordene Feuchtgebiete. Sie fordern, die Oder in die EU?Liste der "besonders umweltgeschützten Gebiete" aufzunehmen.


Der Vorsitzende des Kulturausschusses des Oppelner Sejmiks (Bezirksparlament), Eduard Flak (Deutsche Minderheit), hat unlängst zu einer "ehrlichen regionalen Geschichtsschreibung" aufgerufen. Um diese zu verwirklichen, ist die Gründung eines "Slaski Instytut / Schlesisches Institut" angeregt worden, die seitens polnischer Politiker und Historiker zwischenzeitlich mit Verweis auf das bestehende "lnstytut Slaski" abgelehnt wird.

Die Studentenverbindung Salia-Silesia zu Gleiwitz im CV ist seit dem 1. April mit einer neuen Webpräsenz im Internet vertreten: www.salia?silesia.de.

"Das Israel von Jesu, und das unruhige Israel von heute", so lautet der Titel eines Diavortrages am 22.,April um 15.30 Uhr, mit dem das "Oberschlesische Eichendorff Kultur und Begegnungszentrum" in Lubowitz eine längere Serie von Lichtbildervorträgen eröffnen möchte. Als Referent konnte Walter Dahl gewonnen werden, der als Deutschlehrer im Orient tätig war.

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