Aktuell 01

vom 31.05.2001

Rechtzeitig vor der sommerlichen Reisewelle nach Oberschlesien warnen das Auswärtige Amt und der ADAC vor der nach wie vor bestehenden Gefahr von Autodiebstahl und Überfällen auf Rastplätzen und in Zügen. Die Warnungen des Auswärtigen Amtes für Polen können telefonisch (O188 81744444) abgehört oder aber im Internet (www.auswärtiges amt.de) nachgelesen werden. Als besonders gefährdet wird die Straßenverbindung von j Görlitz über Bunzlau nach Breslau eingestuft. .; Zudem wird darauf aufmerksam gemacht, daß .! in Polen Gangster teilweise verkleidet als Polizisten auftreten.

. Vom 22. bis 24. Juni findet in Guttentag das inzwischen zur Tradition gewordene "Gesamtpolnische Treffen der Künstlergruppen. der Nationalen und Ethnischen Minderheiten" statt. Es steht unter dem Motto "Quelle 2001". Im Kultur- und Sportzentrum in Guttentag werden Chöre, Orchester und Tanzgruppen der .I Deutschen, Ukrainer, Kaschuben und anderer nationaler Gruppen in Polen auftreten. Die i dreitägige Veranstaltung wird gefördert aus Mitteln der Bundesrepublik Deutschland.

Das Haus der deutsch-polnischen Zusammenarbeit HdpZ (ul. Rybnicka 27, 44-100 Gliwice, Tel. 032-232-49-02) bietet im Rahmen seiner Vortragsreihe "Lokale Geschichte" im Juni folgende Veranstaltungen mit kompetenten Referenten an: Am 19. Juni "Gleiwitzer Drucker, Verleger, Buchhändler und Redakteure in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts" (Ort: Gleiwitz, Partner: Stadt Gleiwitz, DFK Gleiwitz) sowie am 28. Juni "Der letzte Majoratsherr von Kreuzenort" (Ort: Kreuzenort, Partner. Kreis Ratibor, DFK Ratibor). Noch nicht genau bekannt sind die Termine _ i folgender Veranstaltungen: "Das Jahr 1945 in Rosenberg" (Ort: Rosenberg, Partner: Kreis Rosenberg, DFK-Kreis Rosenberg) und "Die Geschichte des Goldbergbaus im Gebiet . Neisse (Ort: Bad Ziegenhals, Partner: Kreis Neisse, DFK Neisse). Die genauen Anfangszeiten und Veranstaltungsorte können beim HdpZ erfragt werden.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg hat am 17. Mai mit einer -i Anhörung das Verfahren von Nationaloberschlesiern gegen den polnischen Staat eröffnet (wir berichteten). Jerzy Gorzelik, Rudolf Kolodziejczyk und Erwin Sowa sowie 190 weitere Kläger wollen in Straßburg erreichen, daß Polen dazu verpflichtet wird, eine Oberschlesische ethnische Gruppe zuzulassen. Mit einer Entscheidung des Gerichtes wird innerhalb der nächsten fünf Monate gerechnet. Möglich sind eine Rücküberweisung der Klage an ein polnisches Gericht aufgrund eines festgestellten Verfahrensfehlers, die Weiterleitung der Klage an die Hohe Kammer des Europäischen Gerichtshofes, was eine endgültige . Entscheidung nicht innerhalb der kommenden drei Jahre erwarten lassen würde, oder aber die Feststellung eines Rechtsbruches durch die Republik Polen.

Vor 100 Jahren veröffentlichte der junge Rabbiner Leo Baeck aus Oppeln eine religionsphilosophische Schrift, mit der er den jüdischen-christlichen Dialog fördern wollte. Der Versuch scheiterte, was Baeck jedoch nur zu weiteren Publikationen inspirierte. Heute gilt der 1956 verstorbene Ex-Häftling von Theresienstadt als Symbolfigur des deutschen Judentums im 20. Jahrhundert. Seinem Leben und Werk ist jetzt erstmals eine umfangreiche Ausstellung im Jüdischen Museum in Frankfurt' am Main gewidmet, die bis zum 14. Oktober zu sehen sein wird. Baeck war 1933 Präsident der neu gebildeten Reichsvertretung der deutschen Juden geworden, die 1939 in der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland aufging.

Der Leiter des Eichendorff Kultur- und Bildungszentrums in Lubowitz, Matthias Lernpatt, hat wegen starker Differenzen seine Arbeit fristlos aufgekündigt. Der junge oberschlesische Historiker, der das Amt erst im vergangenen Jahr angetreten hatte, beklagt die mangelnde Kooperation und einschneidende Arbeitsbehinderungen seitens der deutschen Minderheit.

Mit Finanzierung seitens der Bundesregierung restauriert das Deutsche Zentrum für Denkmalpflege vier Seitenaltäre der ehemaligen Zisterzienserklosterkirche in Himmelwitz.

Am 21. und 22. Juli findet in Ratibor wieder das "Welttreffen der Ratiborer" statt. Es steht in diesem Jahr im Zeichen der "Euroregion Silesia", der oberschlesische und mährische Gemeinden angehören. Hauptattraktion soll die "Größte Roulade der Welt" bilden (wenn sie denn gelingen wird...). Bereits am 20.7 wird im Lubowitzer Kulturhaus eine Kulturveranstaltung des DFK-Ratibor stattfinden.

Noch bis mindestens 10. Juni ist in der Dreifaltigkeitskirche in Siegburg-Wolsdorf die Fotoausstellung "GLORIA TIBI TRINTfAS Oberschlesien, das Land an der oberen Oder unter dem Schutz der St. Barbara, St. Hedwig und St. Dreifaltigkeit" zu sehen. Dargestellt werden die 27 Dreifaltigkeitskirchen in Oberschlesien.

Was den Deutschen Freundeskreis Deutsch Krawarn im Hultschiner Ländchen besonders auszeichnet, ist seine Arbeit mit den Schülern der hiesigen Grundschule. Einer der begabtesten Schüler im Deutschunterricht in der hiesigen Grundschule ist der 14jährige Thomas Korpas, schreibt die in Prag erscheinende "Landeszeitung". Seine Deutschkenntnisse hat er von seinen Großeltern erhalten, welche dem örtlichen DFK angehören. Jetzt hat Thomas den ersten Platz bei einer vom Pädagogischen Zentrum Olmütz für Mähren und Schlesien ausgeschriebenen Deutsch-Olympiade 2001 für Schüler der Sekundarstufe I erreicht. Aber damit noch nicht genug: Als dann das tschechische Ministerium für Schulwesen, Jugend und Sport in Prag einen deutschen Konversationswettbewerb ausschrieb, meldete sich der Schüler und gewann prompt den zweiten Platz. "Der Deutsche Freundeskreis möchte hiermit Thomas für die vorbildliche Repräsentation der deutschen Minderheit in Deutsch Krawarn danken", schreibt die Zeitung in ihrer ersten Maiausgabe.

Am Pfingstwochenende feiert Friedland in der Niederlausitz sein 700jähriges Bestehen. Es ' fungiert gleichzeitig als das diesjährige "Friedland-Treffen". Aus sieben Städten gleichen Namens trafen Delegationen ein. Das ' erste Friedlandtreffen war am 4. Mai 1996, also fast genau vor fünf Jahren. Die acht Städte legten damals den Grundstein für "gutbürgerliche Beziehungen". Sie kommen aus Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen, Nieder- i und Oberschlesien, aus dem nördlichen Ostpreußen sowie aus Böhmen und Mähren. "Die Friedlands der Vergangenheit hatten gemeinsam, daß sie oft vor der Vernichtung standen und der Mut und die Kraft der Bewohner die Orte immer wieder neu entstehen ließen", heißt es in einer Deklaration. Höhepunkt bildet ein Festumzug aller angereisten Gäste.