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Nachrichten

Im kommenden Jahr soll mit dem Ausbau der Autobahn zwischen Görlitz und Bunzlau begonnen werden. Dies hat der Marschall der Woiwodschaft Niederschlesien, Jan Waszkiewicz, dem Staatssekretär im sächsischen Wirtschaftsministerium, Wolfgang Vehse, in diesen Tagen bei einem Gespräch in Breslau mitgeteilt. Für die Fertigstellung der etwa 60 Kilometer langen Anschlußstrecke der A4 sei in Warschau grünes Licht gegeben worden.

Anläßlich einer Tagung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Görlitz hat Prof. Jan Korbel von der Universität Oppeln darauf hingewiesen, daß von 1951 bis 1990 1.341.000 Aussiedler den damaligen polnischen Machtbereich Richtung Westen verlassen hätten. Derzeit würden etwa 100.000 Einwohner der Woiwodschaft Oppeln in Deutschland einer legalen Beschäftigung nachgehen.

Der Bischof von Nowosibirsk, Joseph Werth (48) konnte am 16. Juni sein zehnjähriges Weihejubiläum feiern. Werth, der 1975 im Untergrund dem Jesuitenorden beitrat, hat deutsche Vorfahren. Die während der Sowjetzeit praktisch auf zwei Pfarreien in Moskau und St. Petersburg geschrumpfte katholische Kirche in Rußland zählt heute wieder 220 katholische Gemeinden.

"Die für den 6. Mai 2001 geplante Einweihung der Gedenkstätte bzw. des Friedhofs Lamsdorf wurde durch das einladende Marschallamt kurzfristig verschoben, nachdem in der regionalen Presse Zweifel an der Namensliste laut wurden, die von der Gedenkstättenkommission als Grundlage für die Grabsteine genommen wurde." So die Antwort von Staatsminister Zöpel vom Auswärtigen Amt auf eine entsprechende Anfrage des CSU?Abgeordneten Hartmut Koschyk. "Die Bundesregierung", so Zöpel weiter, "ist zuversichtlich, daß es zu einem späteren Zeitpunkt zu einer Einweihung dieser wichtigen Gedenkstätte kommen wird. Es sei sehr zu begrüßen, daß auf polnische Initiative hin die Herrichtung der Gedenkstätte bzw. des Friedhofes in Angriff genommen wurde.

Bundesfinanzminister Hans Eichel machte beim Forum "Geld" auf dem jüngsten Evangelischen Kirchentag ein bemerkenswertes Eingeständnis: "Ich habe meine Steuererklärung noch nie selbst ausgefüllt. Das ist doch alles ziemlich kompliziert, so der in Deutschland für die Steuergesetzgebung zuständige Bundesminister.

Der inhaftierte frühere DDR- Staats- und Regierungschef Egon Krenz kommt nicht auf freien Fuß. Ein Gnadengesuch mehrerer Bürger für den 64?jährigen, der wegen seiner Mitverantwortung für die Todesschüsse an der Mauer eine Haftstrafe von sechseinhalb Jahren absitzt, lehnte die Berliner Justizverwaltung ab.


Sudetendeutsche Gebiete entchristlicht

"Die Sudeten sind heute eine religiöse Wüste. Belebt wird sie hin und wieder nur durch anreisende Sudetendeutsche, die in ihren ehemaligen Heimatgebieten Wallfahrten durchführen und Gottesdienste halten. Für die Tschechen sind solche Besucher wie Gäste von einem anderen Planeten, da ihnen christliche Bräuche so gut wie fremd sind." So der Professor und Direktor der Tscheschischen Christlichen Akademie in Prag, Tomas Halik. Er sprach Mitte Juni zum fünfzigsten Bestehen des "Landeskomitees der Katholiken in Bayern, das gute Beziehungen zum tschechischen Nachbarn pflegt, in Regensburg.

"Das kommunistische Gespenst ist weg, was ist an seine Stelle getreten? Der Kommunismus hat verloren, wer hat gewonnen?" fragte Halik provozierend. Die Golbalisierung ist für ihn kein Allheilmittel. "In der Tschechischen Republik atmet die Kirche schwer."

Die Christen können nur unter Gleichgesinnten kommunizieren, da die übrige Gesellschaft für religiöses Gedankengut kaum Verständnis hat. Als größten Schatz der Kirche betrachtet Halik die spirituellen Erfahrungen, die "durch Nacht und Wüste führten".

(UO)