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Nachrichten

Bereits am 22. April 2001 fand die Jahresversammlung des Schlesisch-Deutschen Verbandes im Hultschiner Ländchen in Bolatitz statt. Bei vollbesetztem Saal begrüßte der Vorsitzende Heinrich Zajfcek alle Anwesenden. Das Kulturprogramm- gestalteten Kinder und Jugendliche des Ortsverbandes. Großes Interesse fanden die geplanten Seniorenseminare und das Kinderferienlager in Hohenberg und auf dem Heiligenhof."Weiter legte der Vorsitzende allen ans Herz," berichtet die Prager "Landeszeitung", mit den Kindern deutsch zu sprechen und den Deutschunterricht in der Schule zu unterstützen. Es liegt hauptsächlich an den Eltern, den Deutschunterricht den Kindern und Schülern zu ermöglichen. Auch im vorigen Jahr haben wir wieder den Deutschunterricht im Kindergarten eingeführt. Weiter verlaufen Deutschkurse für Schüler und vier Kurse für Erwachsene in den Abendstunden. Den jüngeren Generationen ist die Vergangenheit und Geschichte unseres Landes wenig oder sogar überhaupt nicht bekannt, weil sie in der Schule darüber nichts erfuhren. Unsere Aktivitäten im vergangenem Jahr greifen tief in unser Familienleben, was sich in der Öffentlichkeit bemerkbar macht." Im nächsten Jahr wird der Verband sein zehnjähriges Bestehen feiern.

Am 27. Juni folgte der niederländische Botschafter in Polen eine Einladung der deutschen Minderheit nach Oppeln. Justus de Visser interessierte sich für die -deutsch-polnischen Beziehungen vor Ort und versprach, sich für mehr Partnerschaften zwischen niederländischen und oberschlesischen Gemeinden einzusetzen. Er zeigte sich erfreut, daß viele Oberschlesier mit deutschem Paß in Holland arbeiten würden. Gleichzeitig bekannte er, daß er die ihm seitens polnischer Politiker und Intellektueller geäußerten Stereotype über die Oberschlesier nicht nachvollziehen könne.

Die Polizeibehörde der Woiwodschaft "Schlesien" (Kattowitz) zeigt sich beunruhigt über den erheblichen Anstieg der Kriminalität. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden 36.201 Straftaten registriert, 2.500 mehr als in den ersten drei Monaten des Vorjahres. Ein Anstieg gab es bei Diebstahl (2001: 7.235, 1.100 mehr als 2000) und Totschlag (44 gegenüber 38). Dagegen sank die Zahl der Vergewaltigungen von 90 auf 79 und die der Autoeinbrüche um 34 auf 1.098.

In Oppeln wurde am 7. Juni ein Zentrum für Europäische Dokumentation eröffnet. Aufgabe ist seit dem 1. Juli die Ermöglichung des Zugangs aller Bürger zu Gesetzestexten, Verordnungen und weiteren Dokumenten der Europäischen Union.

In Krascheow (Schönhorst) in der Gemeinde Malapane soll ein Dinosaurier-Museum entstehen, so plant es jedenfalls der im letzten Jahr gegründete "Verein der Liebhaber Krascheows" (www.crasseow.obywatel.pl). Die nahegelegene Grube des Zementwerkes ist ein reicher Fundort Millionen Jahre alter Fossilien, die dort auch in Hülle und Fülle gefunden werden. Im vergangenen Sommer buddelten die Bagger sogar ein 60 Zentimeter großes DinoSkelett aus. Das Museum soll im alten Schulgebäude untergebracht werden und nach Möglichkeit bereits im kommenden Jahr seine Tore für Besucher öffnen. Einziges Problem: es fehlt das Geld. In diesem Herbst veröffentlicht der Verein seine erste Publikation: "Dinosauerier in Krascheow".

Der Verein Schlesischer Bauern (Slowacki Straße 10, 45-364 Oppeln) bietet Interessenten für den 15. August eine Tagesfahrt zur Bundesgartenschau in Potsdam an. Anmeldeschluß ist der 6. August.

Nicht ganz glücklich zeigen sich in Owschütz (Habergrund) im Kreis Ratibor die Initiatoren eines geplanten Denkmals für die 87 aus dem Dorf stammenden Gefallenen des Zweiten Weltkriegs, das auf dem Dorfplatz errichtet werden soll. Ein Jahr lang lagen den zuständigen Behörden alle angeforderten Unterlagen vor, dem Institut für nationales Gedenken in Warschau sogar die vollständige Liste mit Vorund Nachnamen der Gefallenen. Nun kam aus Warschau die deprimierende Nachricht, daß die Namensliste nicht veröffentlicht werden darf. Denn laut polnischem Gesetz dürfen Namen deutscher Soldaten nicht öffentlich ausgestellt werden

Rauden (Kreis Ratibor) und Bolatitz (Hultschiner Ländchen) haben einen Partnerschaftsvertrag unterzeichnet. In beiden Orten stellt die einheimische Bevölkerung die Mehrheit. Die örtlichen deutschen Vereine werden mit finanzieller Unterstützung aus dem EU-Fonds "Phare" Mittel für eine gemeinsame kulturelle Fortsetzungsveranstaltung mit dem Titel "Dichter unserer Heimat" erhalten.

Der Landkreis Oppeln und der Kreis Ludwigsburg beabsichtigen, eine kommunalpolitische Partnerschaft zu vereinbaren.

Die Gemeinden Proskau und Pruszkow in der Woiwodschaft Masowien werden voraussichtlich eine Partnerschaft eingehen.

Ab dem 1. September bietet die Lehrerfortbildungsstätte in Tempelhof (Landkreis Oppeln) eine neue Sammlung mit Unterrichtsmaterialien. Die Unterlagen für Deutsch als Fachunterricht werden an Fachlehrer bilingualer Schulen kostenlos abgegeben.

Eine Delegation aus Ratibor besuchte im vergangenen Monat den Märkischen Kreis in Nordrhein-Westfalen. Die Ratiborer haben mit den Westdeutschen einen Vertrag zur gegenseitigen Hilfe unterschrieben, mit den Schwerpunkten Wirtschaft und Gesundheitsschutz. Uber 20 Firmen aus dem Märkischen Kreis kooperieren bereits mit Unternehmen in der Woiwodschaft "Schlesien" (Kattowitz).

"Noch viele Jahre nach Kriegsende wurden die Gräber oft heimlich von den Einwohnern mit Blumen geschmückt, was aber später den kommunistischen Beamten nicht recht gewesen war. Und so kam man auf einen kuriosen Gedanken, dieses Problem aus der Welt zu schaffen. Die damalige Stadtverwaltung beschloss in den 60er Jahren, auf den Gräbern Tennisplätze mit einem Wirtschaftsgebäude anzulegen. Das Gelände des Friedhofs wurde planiert, entsprechendes Erdmaterial herangefahren und für das kleine Städtchen entstand ein schönes Sportzentrum. ..Ein eigenartiges Gefühl müssen die hiesigen Tennisspieler haben, wenn sie über Gräber dem Ball nachlaufen und Sport betreiben," berichtet die Landeszeitung in ihrer jüngsten Ausgabe. Der Tennisplatz befindet sich auf dem Gelände des früheren evangelischen Friedhofs in Deutsch Krawarn im Hultschiner Ländchen. Dort soll sich wahrscheinlich auch eine Grabstätte von 70 während des Zweiten Weltkriegs gefallenen deutschen Soldaten befinden. Obwohl der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Jahre 1997 auf dem Stadtfriedhof eine Exhumierung durchführte, blieben die auf dem evangelischen Friedhof ruhenden deutschen Soldaten außerhalb der Maßnahme. Vertreter des DFK-Ortsvereins haben den Stadtrat nun aufgefordert, eine Exhumierung der Leichen vorzunehmen.

Auf Einladung der deutschen Minderheit hat am 5. Juli der bundesdeutsche Botschafter in Warschau, Frank Elbe, Oppeln besucht. In einer Diskussion wurde über die Art des bundesdeutschen Umgangs mit den Deutschen in Polen gesprochen. Oberschlesier haben dem Botschafter vorgeworfen, daß sich die deutsche Seite früher besser um die Minderheit gekümmert habe. "Ich wurde ziemlich hart kritisiert, aber ich verteidigte mich wie ich nur konnte, um die Wahrheit über die deutsche Unterstützung klarzustellen. Ich meine, daß über eine Verschlechterung der Kontakte zur Minderheit keine Rede sein kann," sagte Elbe gegenüber der Nowa Trybuna Opolska. Diskutiert wurde aber auch über die Probleme des Schulwesens und über die Konzeption für die kommenden Wahlen am 23. September.

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