Eine deutsche Klasse am II. Allgemeinbildenden Lyzeum in Oppeln

Zum Beginn des Schuljahres 1999/2000 wurde am II. Lyzeum in Oppeln eine Minderheitenklasse eingerichtet. Das Wojwodschaftsparlament Oppeln genehmigte die Gründung dieser Klasse auf Antrag der Deutschen Bildungsgesellschaft Oppeln.
27 Schülerinnen und Schüler nahmen am Unterricht dieser Klasse teil. Abgesehen von den Fächern Polnisch, Geschichte und Sport wurden alle übrigen in deutscher Sprache unterrichtet. Das setzt natürlich voraus, dass alle beteiligten Jugendlichen über sehr gute Deutschkenntnisse verfügen müssen.
Deshalb wurde im Vorfeld schon vor Beginn des Schuljahres ein einwöchiger Probeunterricht in deutscher Sprache durchgeführt, der einerseits die Sprachfähigkeiten der Kandidaten überprüfen sollte, aber auch das Allgemeinwissen und die Leistungsfähigkeit in den Unterrichtsfächern auf die Probe stellte. Jetzt haben gerade diese 27 Jugendlichen mit ihrem zweiten Schuljahr in der Minderheitenklasse begonnen. Alle hatten das Jahresziel mit guten bis sehr guten Resultaten erreicht.
Ein gelungener Anfang. Offensichtlich war zum Schuljahresende, dass die Schülerinnen und Schüler dieser Klasse nicht nur ihr übliches "Lernpensum" abgearbeitet hatten. Es ist uns gemeinsam gelungen, zwei größere Projekte durchzuführen. Das Erste bestand in einer Ausstellung zum Thema "Städteportraits Deutschland". Bei der Vernissage wurden selbst entworfene Plakate, gemäß dem multimedialen Zeitälter auch kurze Videos (z.B. von der Berliner Love-Parade) und Musikstücke (für Leipzig Werke von J.-S. Bach) vorgeführt.
Ein zweites Projekt zum Schuljahresende bestand in der Aufführung einer Revue. "Die 60er Jahre" wurden als musikalisches Kaleidoskop im Rahmen des Landeskundeunterrichts besonders unter die Lupe genommen. Italiensehnsucht, Mauerbau, Hippiebewegung, Studentenproteste der "68er", alles das wurde in einem Bilderbogen einem nicht nur schulischen Publikum vorgestellt. Die Akteure konnten stolz auf das Ergebnis sein.
In den nächsten Jahren soll darüber entschieden werden, ob die Minderheitenklassen des Gymnasiums mit den Minderheitenklassen des Lyzeums möglicherweise unter einem eigenen, selbstständigen Dach vereint werden können.


Klaus Kersting (SN)