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Schlesische Notizen DFK Breslau mit 1200 ordentlichen und fördernden Mitgliedern konnte im neuen Haus in Schlesiens Hauptstadt den 10. Geburtstag feierlich begehen. Vorsitzender Friedrich Petrach, ein gebürtiger Oberschlesier, ist nicht nur Vorsitzender des Deutschen Freundschaftskreises sondern seit jüngster Zeit auch Präsident von VdG, der Vereinigung aller deutschen Sozial-Kultureller Gruppen jenseits von Oder und Neiße. Aus Anlass der Jubiläumsfeier konnte nicht nur der Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Peter Ohr, begrüßt werden, sondern außer den Mitgliedern Delegationen der Landsmannschaft Schlesien. Ergreifend für alle Teilnehmer, dass die dritte Strophe des Deutschlandliedes gemeinsam gesungen worden ist, "es erheben sich alle wie selbstverständlich", wie in der Presse zu lesen war. Im Gegensatz zu den Verhältnissen in Oberschlesien durften sich die Deutschen in Niederschlesien zu einer in Waldenburg konzentrierten Gruppe 1957 zusammenschließen. Die Ortsgruppen der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen bestanden in Waldenburg, Breslau, Liegnitz, Neurode, Gottesberg, Langwaltersdorf und Bad Warmbrunn. Man zählte insgesamt 563 Mitglieder. Mit dem Kriegsrecht kam das Aus. Die Bilanz, die jetzt vorgelegt werden konnte, ist ein erfreuliches Zeichen für das Leben der Deutschen in der Heimat: Einrichtung einer bilingualen Klasse im XIII. Lyzeum, der Kindergarten 109, indem Deutsch unterrichtet wird, Betreuung eines Zuges im Altersheim in Trebnitz. Dafür, dass vor allem im sozialen Bereich immer wieder Hilfe geleistet werden konnte und kann, bedankte sich Friedrich Petrach besonders bei den Landsleuten, die heute in der Bundesrepublik Deutschland leben. Es gehört bereits zur guten Tradition, dass landsmannschaftliche Besuchergruppen den DFZ in Breslau aufsuchen wie umgekehrt, die Landsleute aus Breslau bei keinem der Deutschlandtreffen der Schlesier seit 1991 in Nürnberg gefehlt haben. "Im Zuflussgebiet der Oder kann man sich noch nicht sicher fühlen", dies die Überschrift eines Berichtes über eine Konferenz der Oder-Anrainer in Dresden. In der vierten derartigen Konferenz seit dem "Jahrhunderthochwasser von 1997" nahmen Polen, die Tschechische Republik und für die Bundesrepublik Deutschland Brandenburg teil. "Bei den geplanten Raumplanungsmaßnahmen sollen", dies die Einlassung des Raumplaners aus Oppeln, "kostspielige Projekte in hochwassergefährdeten Gebieten vermieden werden, denn mit Deichen und Speicherbecken allein seien Hochwasserschäden nicht zu verhindern." Unter den Angeboten aufgrund unterschiedlicher Konzeptionen ist es noch zu keiner gemeinsamen Haltung darüber gekommen, was morgen vordringlich zu geschehen habe. In einem Bericht heißt es, dass Ratibor der notwendigen Schutzdeiche ermangele und Gleiches gelte auch für Oppeln. Hier wird darauf verwiesen, dass am rechten Oderufer noch keine Deiche vorhanden seien. Aufgrund eines aktuellen Gutachtens heißt es, dass bei einem erneuten "Jahrhunderthochwasser" die Innenstadt überschwemmt würde. Nicht gerade optimistisch die Feststellung: "Die Gemeinden sind allgemein nicht in der Lage, notwendige Absicherungsmaßnahmen zu finanzieren." Eichendorff-Kultur- und Begegnungszentrum in Lubowitz. Über sich selbst berichtet Matthias Lempert, der neu berufene Direktor des oberschlesischen Zentrums in Eichendorffs Geburtsort: "Nach meiner Aussiedlung aus Oberschlesien studierte ich in München Geschichte, Jura und Slawistik. Die Schwerpunkte meines Geschichtsstudiums lagen in der Geschichte Schlesiens und Ostpreußens sowie in der Minderheitenproblematik." Zu seinen Aufgaben führte er in einem Interview im "Schlesischen Wochenblatt" aus: "Ich möchte, plakativ gesagt, Leben und Kultur nach Lubowitz holen und dabei vor allem, aber nicht ausschließlich, auf die Jugendarbeit setzen. Es geht in erster Linie um die Weitergabe des ungemein reichen schlesischen Kulturerbes an die folgenden Generationen." Als Themen für die nächsten Monate nannte Matthias Lempert "Schlesische Kultur" als Thema für die 13bis 19-Jährigen, "Schlesische Schlösser, Guts- und Herrenhäuser -Geschichte, heutiger Zustand und Nutzungsperspektiven". Dass das Leben und Werk des Dichters Joseph Freiherr von Eichendorff thematisiert wird, ist selbstverständlich. "Ständig auf der Suche nach schlesischen Spuren in Bayern und speziell in München", dies die einleitenden Worte des Vorsitzenden Wolfgang Hartmann, Schlesierverein München, um über Eduard Grützner, den in München ansässig gewordenen Maler zu berichten. 1846 in Großkarlowitz unweit Ottmachau geboren, vom bayerischen König 1916 geadelt, in München 1925 gestorben. Wer kennt nicht die prachtvollen Bilder der Mönche des Benediktinerklosters von Andechs (Geburtsort der Heiligen Hedwig)! Ein berühmtes Vorzeigestück hängt in der Neuen Pinakothek in München "Der schlesische Zecher und der Teufel". Selbstverständlich ist nach Eduard Grützner auch eine Straße in München benannt, und im Rathaus gibt es die vornehme "Grützner-Stube". Patenschaft von Wolfenbüttel für die Vertriebenen aus Landeshut eröffnet die Partnerschaft zum heutigen Landeshut/Kamienna Göra. Durch die Vertriebenen aus Landeshut war Wolfenbüttel um 7000 Bürger größer geworden. Das erste Landeshuter Heimatkreistreffen fand 1950 statt, 1951 wurde die Patenschaft begründet. Hauptverdienst gebührte Edelhard Rock, der mit seinem Druckereibetrieb in Wolfenbüttel neu angefangen hatte und ein Heimatvertriebener aus Landeshut gewesen ist. Einstimmig hat der Rat der Stadt Wolfenbüttel die Partnerschaft mit Landeshut / Kamienna Göra beschlossen. Die Urkunde über die Partnerschaft wurde in der Stadt der Partnerschaft in Schlesien während einer Feierstunde feierlich unterzeichnet. Die aus der Heimat Vertriebenen als Wegbereiter einer guten deutsch-polnischen Nachbarschaft im Europa der Zukunft; wer spricht in unserer Öffentlichkeit darüber-?! SN |