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23.
Februar 2002
Notizen
Vom 18. bis 19. Februar fand in Groß Stein das erste Treffen
des am 4. Dezember 2001 in Bialystok (Podlachien) gegründeten Rates für
elektronische Minderheitenmedien aller elf Minderheiten in Polen statt.
Ziel der Konferenz war die Ausarbeitung einer gemeinsamen Handlungsstrategie
im Bereich der Anpassung elektronischer Minderheitenmedien in Polen an die
Standarts der Europäischen Union und die Ausarbeitung einer gemeinsamen
Stellungnahme zur Präsenz der Minderheitenmedien in der polnischen Medienlandschaft.
Ifa-Medienkoordinator Urban
Beckmann war Ideengeber der Minderheitenmediekonferenz in Groß Stein
Darüber hinaus wurde eine Initiative zum Erfahrungsaustausch und zur Zusammenarbeit
im personellen und logistischen Bereich zwischen den einzelnen Minderheiten
ausgearbeitet. Urban Beckmann, ifa-Medienkoordinator für elektronische Medien
der deutschen Minderheit in Polen, stellte Perspektiven für die Gründung
eines Europäischen Büros für Nationale Minderheiten (Bureau for lesser used
languages, EBLUL) in Polen als Teil des seit Jahren bestehenden Systems
der Zusammenarbeit und Förderung nationaler Minderheiten im Rahmen der EU
vor. Organisiert wurde die Konferenz durch den Verband deutscher Gesellschaften
in Polen (VdG) mit Unterstützung des Institutes für Auslandsbeziehungen
Stuttgart (ifa). Neben den Vertretern der elf Minderheiten nahmen auch Izabela
Chruslinska, Direktorin der Abteilung für Auslandszusammenarbeit des Polnischen
Rates für Radio und TV, Edyta Tuta vom Büro für nationale Minderheiten des
Polnischen Innenministeriums und Heinrich Kroll, Abgeordneter der deutschen
Minderheit, an der Konferenz teil.
Am 7. Februar veranstaltete der Programmrat des der Stiftung für Entwicklung
Schlesiens und Förderung lokaler Initiativen (SES) angegliederten Oppelner
Europahauses eine kommunalpolitische Konferenz, bei der es um Fragen im
Zusammenhang mit dem EU-Beitritt Polens ging. Prof. Jacek Szlachta
wies darauf hin, dass beim einem EU-Beitritt Polens im Jahre 2004110 Mio.
E bis zum Jahr 2006 in die Oppelner Region fließen könnten, sofern man in
der Lage, diese Mittel auch abzurufen.
Eine ganze Serie deutschsprachiger Filme präsentiert der Oppelner Bezirksverband
der deutschen Minderheit im Februar und März. Ab dem 25.02. sind noch zu
sehen: 25.02., 10.00 "Das Mädchen mit den Feuerzeugen" in der
Grundschule Nr. 4 in Krappitz-Ottmuth, am 25.02., 17.00 "Wege in die
Nacht" im LO Landsberg/Schl., am 26.02, 9.00 "Wege in die Nacht"
im Gymnasium Deutsch Rasselwitz, im Anschluss um 11.00 "Fußball ist
unser Leben" an gleicher Stelle, am 26.02., 20.00 "Fußball ist
unser Leben" in der Musikschule Leschnitz, am 27.02., 17.00 "Lippels
Traum" in der Schule in Zowade, am 28.02., 12.30 "Hitlerjunge
Salomon" im LO Groß Döbern, 28.02., 17.00 "Fußball ist unser Leben"
im Gymnasium von Czamowanz, am O 1.03. 10.15 "Lippels Traum" in
der Schule in Mechnitz, am 01.03., 16.00 "Nach fünf im Urwald"
in der Grundschule Zywodczütz, am 02.03., 15.00 "Fußball ist unser
Leben" im Gemeindesaal Mechnitz, am 03.03., 19.00 "Fußball ist
unser Leben" im Gemeindesaal Zowade, am 04.03., 9.00 "Wege in
die Nacht" im Gymnasium Oberglogau und im Anschluss um 11.00 "Fußball
ist unser Leben" an gleicher Stelle, am 05.03., 11.30 "Plus minus
Null" im LO Krappitz-Ottmuth und am 06.03., 13.00 "Lippels Traum"
im DFK-Haus Polnisch Neukirch. ifa-Kulturassistent bei der SKGD Christopher
U. Skibbe erteilt ggf. nähere Auskünfte unter Tel./Fax.: 077/4666353 und
via E-Mail: ifa_ [email protected].
Das Haus der deutsch-polnischen Zusammenarbeit (HDPZ, ul. Rybnicka 27, 44-100
Gliwice, Tel,: 032/2324902) hat die Termine für die Buchpräsentation
Dr. Herbert Hupkas bekannt gegeben, bei dem dieser die polnische Übersetzung
seines Buches "Unruhiges Gewissen Ein deutscher Lebenslauf" (Niespokojne
sumienie- Wspomnienia [ISBN 83-88794-426]) präsentieren wird: 11. März 2002,
11.00 Uhr in Radbor (Kulturzentrum, ul. Chopina 21, Sala Wystaw), 11. März,
17.00 Uhr im HDPZ Gleiwitz (HDPZ), 12. März, 12.00 Uhr in der Universität
Oppeln (Hauptbibliothek, ul. Strzelcow Bytomskich 3, Leesesaal). Die Moderation
der Veranstaltungen obliegt dem Übersetzer des Buches Dr. Eugeniusz Cezary
Krol (Leiter der PAN-Außenstelle in Berlin). Am 25. Januar hatte Hupka sein
Buch bereits in Warschau der Öffentlichkeit vorgestellt.
Die Bewegung für die Autonomie (Ober-) Schlesiens (RAS), Ortsgruppe
Hindenburg Rauden hat bei der Stadtverwaltung Hindenburg einen Antrag gestellt,
eine Straße in Hindenburg nach dem am 11. Februar letzten Jahres verstorbenen
oberschlesischen Schriftstellers und Dramaturgen Stanislaw Bieniasz zu benennen.
Bieniasz wurde in Hindenburg geboren und hat sich in seinem Leben und Werk
stets für seine Heimat eingesetzt. Er schrieb sowohl in der deutschen wie
auch polnischen Sprache und setzte sich für die Verbesserung der deutsch-polnischen
Beziehungen ein. Die Oberschlesier standen stets im Mittelpunkt seiner Werke.
Das Bundesinnenministerium wird im Haushaltsjahr 2002 die finanzielle
Unterstützung für die deutsche Minderheit -die jedoch oft in strukturfördernde,
der regionalen Gesellschaft zu Gute kommende Projekte fließen -auf 6,5
Mio. € zurückfahren. Im vergangenen Jahr betrug der Etat in diesem Bereich
noch 14 Mio. DM.
Der erst im Juli 2001 als Professor für Christliche Gesellschaftslehre
an der Universität Bonn emeritierte Lothar Roos sowie der Erfurter Professor
für Dogmatik Lothar Ullrich sind an die neu gegründete Theologische Fakultät
der Universität Kattowitz berufen worden. Neben den in Kattowitz eingeschriebenen
170 Kandidaten des bisherigen Priesterseminars sind 230 weitere Studenten
eingeschrieben, die Religionslehrer an Schulen werden möchten. Mit Block
auf die angestrebte EU-Osterweiterung werden Lehrveranstaltungen
auch an deutscher und englischer Sprache angeboten.
Multiplikatoren oder nachgewiesenermaßen für die deutsche Minderheit
Engagierte mit Grundkenntnissen der deutschen Sprache, jedoch keine Studenten,
können sich um Deutsch-Sommersprachkurse des Herder Institus bewerben,
die vom 15.07.-10.08. und eventuell vom 12.08.-07.09. in Leipzig stattfinden
werden. Die Bewerbungen müssen enthalten: Anschreiben mit Darstellung
des bisherigen Engagements bzw. der Multiplikatorenfunktion, Lebenslauf,
Nachweise über bisherige Deutschkurse oder schulisch erworbene Deutschkenntnisse,
Empfehlungsschreiben (im verschlossenen Umschlag) sowie Angabe des bevorzugten
Termins. Bewerbungen sind bis 15. April zu richten an: Generalkonsulat
Breslau, Gerhild Bär, ul. Podwale 76, 50-449 Breslau.
Eine Ausstellung unter dem Titel "Offensiv Oberfranken"
wurde in den ersten drei Wochen des Januars in den Räumen des Beuthener
Büros der Werbewirtschaft gezeigt. Veranstalter der Ausstellung ist Prof.
Josef Haber von der Schlesischen Technischen Hochschule. "Die Idee,
Oberfranken auch in Oberschlesien zu zeigen", so Haber, "entwickelte
sich nach meinen Gesprächen mit Vertretern der bayerischen Universität
in Bayreuth, mit dem Bürgermeister der Stadt Pegnitz, sowie mit Hartgut
Koschyk, der Oberfranken im Bundestag vertritt. Zweck ist, den Einwohnern
Beuthens etwas über die bei uns wenig bekannte Region Deutschlands zu
vermitteln. Vielleicht wird dies in Zukunft zu näheren Kontakten zwischen
Oberschlesien und Oberfranken führen, wie es schon z.B. mit Oberschlesien
und Nordrhein-Westfalen geschah". Die Ausstellung, in der einige
hundert Fotos aus Oberfranken zu sehen waren, wurde zuvor bereits in Krappitz,
Königshütte und Loslau gezeigt. In Beuthen wurde sie u.a. wegen der Eröffnung
der Filiale der Schlesischen Technischen Hochschule präsentiert.
Die Proteste von Oberschlesiern haben dazu geführt, dass die Verleihung
des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Prof. Dorata Simonides
nochmals vom Auswärtigen Amt abgewogen wurde. Wie vom Bundespräsidialamt
in einem unserer Redaktion vorliegenden Schreiben mitgeteilt wurde, hat
eine erneute Überprüfung keine Anhaltpunkte ergeben, die einer entsprechenden
Ehrung von Prof. Simonides entgegenstehen. Frau Simonides sei eine
Expertin für Probleme nationaler Minderheiten "und hat sich besonders
für die Anerkennung der deutschen Minderheit in Polen eingesetzt".
Leider haben die Deutschen in Oberschlesien bisher schon oft Gegenteiliges
erlebt. Seit 1989 gehört Dorota Simonides zu den polnischen Intellektuellen,
die auch unter den Bedingungen des freiheitlichen Wandels die Existenz
eines starken deutschen Bevölkerungsanteiles in Oberschlesien leugneten.
Zu keinem Zeitpunkt hat sie sich als wirkliche Anwältin für Minderheitenrechte
der Deutschen, zum Beispiel für zweisprachige Ortsschilder wie in der
Oberlausitz eingesetzt. Mit ihrer Vorgehensweise haben die maßgeblichen
deutschen Stellen nicht nur ihre Unwissenheit in oberschlesischen Belangen
dokumentiert, sondern auch dem Ansehen des Verdienstordens der Bundesrepublik
Deutschland Schaden zugefügt.
Vom 24. Juni bis 1. Juli wird in Pustkow (Wüsten) bei Malapane am Turawa-Stausee
ein geselliges Treffen oberschlesischer Musiker und Artisten stattfinden.
Nähere Informationen sind erhältlich bei Helmut Doratzek, Heinrich-Lübke-Str.
54, 60488 Frankfurt/ Main, Tel/Fax. 069/7681376 oder Georg Dornfeld, Stettiner
Str. 67, 40595 Düsseldorf.
Als im September 1998 das 800jährige Jubiläum der Weihe der St. Jakobuskirche
gefeiert wurde, lud Pfarrer Mikolaj Mroz unter anderem seine Gemeindemitglieder
ein, mit ihm eine Art Spaziergang durch das Gotteshaus zu machen. Das
Interesse an diesen Führungen weit über die Stadt Neisse hinaus übertraf
seine kühnsten Erwartungen. 350-400 Personen kamen zu mehreren solcher
"Spaziergänge". Auch die regionalen Medien zeigten lebhaftes
Interesse. Abgerundet wird die damalige Initiative nun durch eine kleine
Broschüre des regen Neisser Kultur und Heimatbundes, die reichlich mit
schwarz-weiß-Abbildungen versehen, die Ausführungen von Pfarrer Mroz wiedergibt.
Unter dem Titel "Erzählungen zur St. Jakobuskirche in Neisse"
kann das 34 Seiten zählende Din-A 5 Heft beim Neisser Kultur- und Heimatbund,
Gelber Stern 21, 31134 Hildesheim, bezogen werden.
Die Koalition der Deutschen Minderheit mit der AWS, der Freiheitsunion
und der Bürgerplattform bleibt auch nach einer schwierigen Sitzung des
Sejmiks (Landtags) der Wojewodschaft Oppeln am 12. Februar bestehen, obwohl
eine Neubesetzung im Krankenkassenbeirat der Minderheit und der postkommunistischen
SLD Kontrolle über dieses Gremium bescherten.
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