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28. Mai 2002
Meine Arbeitsfelder
Zunächst wußte ich nur eines - hier in der Theresiengemeinde
kannst du dem Ortspfarrer den deutschsprachigen Gottesdienst abnehmen.
Irgendeine andere Aufgabe kannte ich nicht, denn weder wurde mir vom
Gleiwitzer Bischof bedeutet, was ich tun solle noch von dem zuständigen
Priester der Diözese für die deutschsprachige Seelsorge. Ich
mußte mir also allein „Arbeit beschaffen". So besuchte ich
die Gruppen der Deutschen Freundschaftskreise, wo ich schnell gern angenommen
wurde. Bis heute sind es ungefähr acht solche Kreise, in die ich
regelmäßig gehe. Weitere Gruppen richtete ich ein, indem
ich zuerst Gelegenheiten suchte, deutschsprachige Gottesdienste zu halten,
bei denen ich im Anschluß daran Gelegenheit zum Gespräch
anbot, bei einem Frühstück oder Knabberei ähnlich dem
Brauch in den skandinavischen Ländern. So wurde Hindenburg das
Schwerpunktgebiet meines Einsatzes. Dann kamen Anfragen von anderswo,
aus Gleiwitz, Rauden, Kattowitz, Beuthen, Lubie (Hohenlieben), Langendor£
So gut es die Zeit zuließ, bin ich auch dort eingestiegen. Hier
war eben auch ein Auto gefragt, ohne das ich schlecht zu den einzelnen
Orten kommen konnte. Mit Hilfe des oben schon erwähnten Ehepaares,
Paul Kraus besonders Herrn Bartas, konnte ich ein Auto kaufen und mit
polnischen KFZ-Zeichen fahren. Was macht man in den Gruppen, die sich
vor allem zum Plaudern, zu Ausflügen und Feiern treffen- Das mache
ich natürlich gern mit, wo möglich. Aber mir liegt natürlich
mehr daran, Fragen aus dem Bereich der Kirche zu beantworten. Darum
bot ich dann Einkehrtage an, die sehr gut angenommen werden. Runde 100
Teilnehmer habe ich immer im Frühjahr wie im Herbst. Natürlich
mußte ich diese große Teilnehmerzahl teilen, so daß
wir uns immer zweimal für drei Tage trafen. Eine viertägige
Studienfahrt ins ehemalige österreichisch Schlesien führte
uns in die Vergangenheit der Gegend um Freiwaldau, Zuckmantel, Jauernik
sowie die Sommersitze der Breslauer Bischöfe - Jägerndorf
und Troppau. Für 2002 ist eine solche Studienfahrt nach Mittelschlesien
vorgesehen. Bei beiden Fahrten meldeten sich mehr als 100 Teilnehmer
an, so daß beide Fahrten zweimal durchgeführt werden müssen.
„Sprechen Sie doch polnisch!"
Ein Bereich der Seelsorge ist die ganz individuelle. Wie oft höre
ich Beichten in deutscher Sprache, weil die Leute lieber in der Muttersprache
beichten. Leider gibt es nur wenige polnische Confratres, die sich diesem
Anliegen öffnen. „Sie wollen deutsch beichten- Ich frage Sie, wessen
Brot essen Sie- Das doch von Polen. Also sprechen Sie auch polnisch!"
- das habe ich mehrfach in letzter Zeit von den Leuten so gehört.
Genauso wichtig ist das Gespräch mit einzelnen Menschen, die mir
auf der Straße begegnen, die ich in den Gruppen sehe, nach dem
Gottesdienst vor der Kirche oder von denen ich höre, daß
dort viel Not ist, daß das Geld nicht für die Kohle im Winter
reicht. Hier zu helfen, ist für mich selbstverständlich, nach
Rücksprache mit unseren Caritasfrauen. Christi Botschaft über
den Äther Seit einiger Zeit habe ich auch Kontakt zum Kreis der
Deutschen Arbeitsgemeinschatt "Versöhnung und Zukunft"
in Kattowitz, die für Obdachlose und Hungrige aus der Stadt ein
großes Zentrum in Kattowitz-Mitte unterhält. Das ist nicht
nur interessant, sondern fordert mich ebenso auf zu helfen. Ein weiteres
Feld der Seelsorge ist seit neuestem die Radioseelsorge. Die deutschsprachige
Bevölkerung hat einmal in der Woche eine Stunde Sendezeit im Radio
Kattowitz, wo ich auch mitarbeiten kann. Dank des Engagements von Dietmar
Brehmer, dem Leiter von "Versöhnung und Zukunft", ist
diese Montagsendung an zweiter Stelle der Hörfunksendungen in Kattowitz.
Desweiteren darf und kann ich bei der Abfassung des Zweimonatsblattes
"Heimatkirche" der Diözese Oppeln sowie anderen Aufgaben,
besonders der Vorbereitung der Wallfahrtsgottesdienste am Annaberg,
in Zuckmantel (ehemaliges Österreichisch Schlesien) oder Breslau
mitwirken. Im Sommer 2000 übernahm ich mit anderen Betreuern Aufgaben
bei den Schulkindern der Ferienkolonien in Ziegenhals für einige
Wochen. Durch den Seelsorger für die deutsche Minderheit der Diözese
Oppeln bekam ich auch Kontakt reit der Caritasbibliothek beider Volksgruppen
und den örtlichen Beauftragten für die Büchereiarbeit,
besonders in Hindenburg mit Herrn Bialik. Ein anderes Arbeitsfeld zielt
auf die junge Generation. Im allgemeinen habe ich mit der Altersstufe
ab 60 Jahren aufwärts zu tun. Dennoch ergab sich bald auch die
Möglichkeit, mit Schülern Deutschkonversation zu treiben.
Wöchentlich treffe ich mich neuerdings nicht nur mit Jugendlichen,
sondern auch mit Erwachsenen. Mit einer anderer Mädchengruppe in
einem Dorf bereite ich die monatlichen Gottesdienste vor. Die Mädchen
sind gut bei der Sache und wollen sehr gern vorlesen und singen. Einige
Mädchen sind erfreulicherweise auch als ständige Lektoren
in unserer Mikulschützer Pfarrkirche St.Theresia tätig. Auch
bei der letzten Studienfahrt waren drei Mädchen mit von der Partie.
Überall spreche ich natüprlich mit den Ministranten - es gibt
auch Mädchen darunter und erfahre dadurch auch, wie "fortgeschritten"
sie im Deutschunterricht sind! Leider eben nicht so, wie man es sich
denkt!
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