Geschichte der Straßennamen
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Bevor in Hindenburg O/S neue Straßenbezeichnungen eingeführt wurden, wurde die Eingemeindung von Biskupitz-Borsigwerk, Mathesdorf und Zaborze mit Poremba beschlossen. Mit dem 01. Januar 1927 wurde es amtlich vollzogen, damit stand wiederholt das Problem der Doppelbezeichnungen einiger Straßen. Zum Zwecke der Problemlösung wurde bei der Stadtverwaltung eine Kommission unter Leitung von Dr. Leo Schaletzki gebildet. Sie tagte zwischen 1927-1928 sehr oft. Die anfänglichen Bezeichnungsvorschläge weisen einen Unterschied zu den später angenommenen Bezeichnungen auf. Ursprünglich waren für die Stadtmitte keine Änderungen vorgesehen. Doch schon anhand der am 17. März 1927 verbreiteten Kommissionsvorschläge sollten vier Straßennamen geändert werden: Luisen- in Nord-, Anna- in Elisabeth-, Hütten- in Peter-Paulund Konkordia- in Eintrachtstraße. Es wurden jedoch nur die zwei letzten Vorschläge angenommen, indem eine Änderung der Luisen- in Teschener- sowie Anna- in Bielitzer Straße erfolgte. Viel größere Änderungen wurden in den neuangegliederten Stadtteilen vollzogen.
In Zaborze:* Albrechtstr. in Knappenweg (Friedenshütter Str.), Bahn- in Philipp- (Kunzendorfer Str.), Bismarckstr. in Scharnafkaweg (Knurowerstr.), Garten- in Einsiedel- (Chudower-), Grenz- in Pleßer(Paulsdorfer-), Karl- in Zechen- (Morgenrother-), Mittel- in Pochhammer- (Paniowerstraße), Viktoriastr. in Bergmannspfad (Liebsdorfer Str.), Kaiser-Wilhelm- in Rheinbaben-, Hütten- in Nikolaierstr., Querstr. in Ciupkaweg (Wolfgangstr.), Kirchstr. in Tumerweg (Pleßer Str.), Hermannin Winkler- (Rudaer-), Schul- in Schuckmann- (Verlängerung der Bielschowitzer Str.), Sedanstr. in Zum Lichtloch (Antonienhütter Str.), Teichstr. in Schmiedebrücke (Weiherstr.), Kurzestr. in Querschlag (Seitenstr.), Feldstr. in Dondergasse (Schöneichstr.). Ebenfalls wurde vorgeschlagen, daß die Luisen- in Rybnikerstraße umbenannt sein sollte, doch man ließ von diesem Änderungsvorschlag ab, und ließ die Luisenstraße ungeändert in Zaborze. Wie aus den in Klammern angegebenen Bezeichnungsvorschlägen zu entnehmen ist, wollte man an die nach der Volksabstimmung an Polen verlorenen Städte erinnern. Von der Gruppe der 13. Ortschaften (Friedenshütte, Kunzendorf, Knurow, Chudow, Paulsdorf, Morgenroth, Paniowki, Liebsdorf, Ruda O/S, Antonienhütte, Rybnik, Pleß und Nikolai) wurden in Zaborze nur die zwei letzten Ortschaftsbezeichnungen als Straßennamen geführt. In Biskupitz änderte man um: Wiesen- in Mühl-, Körner- in Tamowitzerstr., Sandstr. in Bergfreiheit (Neulecker Str.), Luisen- in Oskar-Sehlütter- (Nakloer-, Trockenbergstr.), Kirchstr. in Gärtnerweg (Lublinitzer Str.), Teich- in Rain- (Reptener-), Friedhof- in Tal-, Bahnhof- in Bergwerk(Kastellengo-), Hindenburg- in Beuthenerstr., Biskupitzer Chaussee in Biskupitzer Str., Hinter-in Bischofstr
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und Marktplatz in Borsigwerk in Borsigplatz.Es wurde auch vorgeschlagen, daß eine Änderung der Hüttenstraße in Andreasflözweg, Annain Elisabeth- und Konkordia- in Eintrachtstraße vollzogen werden sollte. In diesen drei Fällen jedoch blieben die alten Bezeichnungen ungeändert gültig.Im Mathesdorf wurden umbenannt: York- in Schönwälder-, Karl- in Knurower- (Neue Schönwälder Str.), Freiheitsstr. in Eisenhammer (Bergfreiheit), Lindenstr. in Am Anger, Garten- in Auen-, Paul- in Friedeckstr. (Am Beuthener Wasser, Am Bach), Schul- in Pestalozzi-, Friedrich- in Zemiker-, Bahn- in Mathes(Dammstr.), Kirchweg in Forststr., Feldstr. in Schultzensteg, Grenz- in Rybnikerstr. (Am Graben, Grabenstr.).Die Kommission überlegte auch über eine eventuelle Änderung der Bezeichnung der Kronprinzenstraße in Mathesdorf und Zaborze. Es wurde ein Vorschlag unterbreitet, daß in Mathesdorf, ab der Stadtgrenze zu Gleiwitz bis zur Michaelstraße sie Gleiwitzer Straße heißen soll, dagegen in Zaborze im Abschnitt von der Scheche- bis zu der Brojastraße in Ebert- oder Rathenaustraße, und in weiterem Verlauf zwischen der Brojastraße und der Staatsgrenze zu Polen in Königshütter Straße geändert sein sollte. Man hat diesen Änderungsvorschlag nicht angenommen und die geschichtliche Bezeichnung blieb für die ganze Straßenlänge zwischen Gleiwitz und Ruda O/S erhalten. Die Hausnummierung wurde vereinheitlicht. Zeitgleich wurden auch weitere Änderungen vorgenommen. Zwei Straßennamen eines "kaiserlichen Ursprungs": Kaiser-Wilhelmund Friedrich-Karl-Straße änderte man in Szmulaweg (Szmulastr., Gutenbergstr.) und in Königshütter Straße (Friedrich-Ebert-Str., Kattowitzer Str.) um. Ferner wurde der Donnerstagmarktplatz in Reitzensteinplatz (Südmarkt) umgeändert, in eine Abstimmungsstraße (Straße des. 20. März) wurden die bisherige Gattomastraße und der bisherige Stadelmann-Ring vereint. Der Vorschlag, daß der Montagsmarkt in Nordmarkt umbenannt sein sollte,wurde nicht angenommen. Die letzte Aufgabe der Kommission unter der Leitung des Dr. Schaletzki bestand in der Namensgebung der neuentstandenen Straßen. Die Querstraße der Dorotheenstraße nahe dem Städtischen Säuglingsheim wurde als Drechslerstraße benannt. Zwei Querstraßen der Kronprinzenstraße im Bereich der Nordsiedlung nannte man als Steinstraße (Kneipp-Weg) und Jahnstraße. Die neue "E-Straße" beabsichtigte man ursprünglich als Reichspräsidentenstraße zu bezeichnen. Schließlich wurde eine Aufteilung der Straße in zwei Abschnitte vorgenommen: Der Abschnitt zwischen den Kronprinzen- und Sosnitzaerstraßen benannte man als Ebertstraße, dagegen der Abschnitt von der Sosnitzaer- bis zur Buchardistraße als Hermann-Stehr-Straße. Weil die Komission die Biskupitzer Bergstraße nicht berücksichtigte, wurde 1928 eine Umbenennung in Schillingstraße vollzogen.
(in Klammern die nicht angenommenen Kommissionsvorschläge.)
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