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Schlesische
Nachrichten 23/2001
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Wiederhergestellt wurde bisher der F�rstensaal mit den
�berlebensgro�en Skulpturen Leopolds I. und seiner S�hne Joseph I. und
Karl VI., deutsche Kaiser aus dem Hause Habsburg. Die Skulpturen schuf
Franz Joseph Mangoldt. F�hrend bei der Ausmalung war der Ostpreu�e Michael
Willmann, den man auch den schlesischen Raphael nannte.
Nicht dem Geschichtsverlauf folgend, sondern den geographischen Gegebenheiten,
f�hrte die Fahrt weiter in das n�rdlich von Breslau gelegene Kloster Trebnitz,
einer Stiftung Heinrichs 1. und seiner Gemahlin, der heiligen Hedwig.
Das Kloster in seiner heutigen Gestalt ist ebenfalls eine Barockanlage
und stammt aus der Zeit um die Wende von 17. zum 18. Jahrhundert. Die
Klosterkirche ist die Begr�bniskirche der heiligen Hedwig, ihres Gatten
Heinrich I. und des Hochmeisters des Deutschen Ordens Konrad von Feuchtwangen.
Hedwig verstarb hier 1243 und wurde bereits 1267 heiliggesprochen. Im
Klosterinnenhof befindet sich, durch ein Backsteinfundament gekennzeichnet,
der Platz der H�tte, in der die heilige Hedwig bis zu ihrem Tode gelebt
hat. Das Kloster ist seit 1899 Heimst�tte der Borrom�erinnen.
Ein weiterer Tag war den Kl�stern Kamenz, Heinrichau und Gr�ssau vorbehalten.
Kamenz wurde 1247 von M�nchen aus Leubus besetzt und wurde ebenfalls wie
die anderen Kl�ster 1810 s�kularisiert. Weiter sehenswert ist in Kamenz
das von Karl Friedrich Schinkel im neugotischen Stil erbaute Schloss.
Auftraggeber waren Prinzessin Marianne der Niederlande und ihr Gemahl
Prinz Albrecht von Preu�en. Das 1946 abgebrannte Schloss ist auch als
Ruine noch ein imposanter Anblick.
Nicht weit von Kamenz entfernt liegt in der N�he von M�nsterberg das Kloster
Heinrichau. Es wurde 1222 von Heinrich I. gestiftet, und 1227 zogen Ordensbr�der
aus Leubus ein. Bereits 1241 wurde es beim R�ckzug der Mongolen niedergebrannt.
Der heutige Klosterkomplex ist gr��tenteils eine Barockanlage, die aber
in ihren �ltesten Teilen noch Elemente aus dem 13. Jahrhundert aufweist.
Von Heinrichau ausf�hrte nun der Weg am Zobten entlang und durch das Eulengebirge
in das Ziedertal nach Gr�ssau. Das Kloster Gr�ssau wurde 1292 auf den
Grundlagen eines Benediktinerklosters von 1242 als Tochtergr�ndung von
Heinrichau aus mit Zisterzienserm�nchen besetzt. Das Wahrzeichen Gr�ssaus
ist das barocke Marienm�nster mit seiner �berw�ltigenden Westfassade,
erbaut in der ersten H�lfte des 18. Jahrhunderts. Ausgestattet ist die
Kirche mit der letzten in Schlesien erhaltenen Orgel von Michael Engler
und mit dem ber�hmten Gnadenbild "Unserer lieben Frau" im Hochaltar.
Das Gnadenbild ist eine italienische Ikone aus dem 14. Jahrhundert und
das �lteste im schlesischen Raum. An die Ostwand der Kirche schlie�t die
F�rstengruft, die F�rstenkapelle, an.
Die Wege auf den Spuren der Zisterzienser sind beendet, doch durfte bei
einem Schlesienaufenthalt ein Besuch der Landeshauptstadt Breslau nicht
fehlen. Eine sach und fachkundige F�hrung hatte die schlesische Gruppe
aus Hamburg mit Paul Kapitza, Deutscher aus Oberschlesien und seit 1945
in Breslau wohnhaft. Paul Kapitza bestach nicht nur mit seinem umfangreichen
Wissen, sondern verstand es auch meisterhaft, das Heute gegens�tzlich
zum Gestern zu stellen. Paul Kapitza f�hrte nicht nur durch Breslau, sondern
war auch F�hrer in den Kl�stern und fuhr mit der Gruppe nach Gro� N�dlitz,
wo vor kurzem ein zentraler Kriegsgr�berfriedhof f�r deutsche Soldaten
und zivile deutsche Kriegstote angelegt wurde. Paul Kapitzas Anteil darin
ist erheblich.
Um die geistigen und k�rperlichen Kapazit�ten nicht �ber zu beanspruchen,
wurden sogenannte freie Tage eingelegt, die nach eigenem Belieben gestaltet
werden konnten. So wurden auch Fahrten in die nahen St�dten Glatz und
Bad Landeck unternommen und der in fr�nkischer Bauweise errichtete sehr
in Mitleidenschaft gezogene Gottwaldhof in Mittelwalde aufgesucht, der
unter erheblichem Kosten und Arbeitseinsatz von der Lerchenfelder Pensionsfamilie
und deren Mutter Renate Czaplinska als deutsches Kulturgut restauriert
wird. Weil sich in der Reisegruppe auch ein Mitglied des Vorstandes der
AGMO e.V. (Gesellschaft zur Unterst�tzung der Deutschen in Schlesien,
Ostbrandenburg, Pommern, Ost und Westpreu�en) befand und zwei Mitglieder
des Deutschen Freundschaftskreises (DFK) zu Besuch kamen, fand ein reges
Gespr�ch zwischen heimatverbliebenen und heimatvertriebenen Landsleuten
statt.
F�hrte bereits der Hinweg durch beeindruckende Landschaften Schlesiens,
wo auch die Heimatorte von Mitreisenden oder deren Eltern aufgesucht wurden,
so stand dem die R�ckfahrt nicht nach, zumal trotz allgemeiner meteorologischer
Schlechtwetterlage bei Sonnenschein von Schlesi
en Abschied genommen wurde.
M. W.
Ein Schild f�r Niederschlesien
Am Sonnabend, den 20. Oktober
2001 trafen sich Mitglieder der Unabh�ngigen Initiativgruppe Niederschlesien
e.V.. (UIN) sowie engagierte Freunde, B�rger und B�rgrinnen der niederschlesischen
Region zu einer kleinen Feier vor Ort anl�sslich der Aufstellung des "Niederschlesien"
Schildes an der Autobahn A4 (siehe Bild). Der dargestellte Nei�eviadukt
ist nicht nur ein markantes architektonisches Aush�ngeschild, sondern
steht auch symbolisch f�r die niederschlesische Region als Br�cke zu den
Nachbarn in Mitteleuropa. Der Vorsitzende der UIN, Herr Norbert Neumann,
berichtete in seiner kurzen Rede �ber den Werdegang von der Idee und dem
ersten Brief vom Oktober 1997 an das Autobahnamt in Dresden �ber die Motivvorschl�ge
bis zum endg�ltig akzeptierten Entwurf und zur Aufstellung des Schildes
in diesem Jahr. Die UIN hatte dabei festgestellt dass von den zust�ndigen
Beh�rden keine finanzielle F�rderung zu erwarten war und organisierte
deshalb die Finanzierung in eigener Verantwortung bei vollem Risiko. In
der Geschichte Niederschlesiens gibt es �brigens ein gutes Beispiel, wie
einst die B�rger und B�rgerinnen ohne staatliche Unterst�tzung und
trotz Behinderungen unter der Herrschaft der �sterreichischen Habsburger
gro�e Leistungen vollbrachten. Die evangelischen Friedenskirchen in Jauer
und Schweidnitz geben noch heute Zeugnis von der inneren Haltung der Schlesier,
die sich in Opferbereitschaft und Treue zum Glauben und Liebe zur Heimat
ausdr�ckte. Um so gr��er
ist freilich auch die Freude, wenn nach so langem Bem�hen ein gutes Ergebnis
sichtbar wird. Die Unabh�ngige Initiativgruppe Niederschlesien e.V. dankt
herzlich allen Mitgliedern, Freunden, befreundeten Vereinen, B�rgerinnen
und B�rgern sowie den beteiligten Beh�rden und Firmen, die durch ihr Engagement,
ihre Hilfe und ihre Unterst�tzung zur Verwirklichung beigetragen haben.
Markus M�hlichen (SN)
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