Hindenburger  Denkmäler und Gedenktafeln bis 1945   Seite 5

 

mit dem Mauszeiger auf das Wappen gehen und mehr sehen !


Gedenktafeln und Denkmäler für die Opfer der
Kämpfe wärend der Volksabstimmung


Viele Einwohner Hindenburgs ließen ihr Leben während der kämpferischen Auseinandersetzungen in der Zeit der Abstimmung. Auch diesen Personen wurden Denkmäler gewidmet. Ein Denkmal wurde für die am 29. Juni 1922 im Kampf mit Einheiten der in Hindenburg OS stationierten "Französischen Truppen der Alpenjäger" gefallenen Selbstschutzangehörigen im Hüttenpark gebaut. Es wurde am 29. Juni 1923, ein Jahr nach der Tragödie, eingeweiht. Der Maurermeister Richard Kotzur baute es aus Schuttziegeln. Auf einer Zementplatte wurde ein Vierecksockel angebracht und darauf ein Obelisk, aus dessen Eckseiten vier Vierkantbalken abstanden. Auf den Eckseiten waren vier Kugeln befestigt. Im Laufe der Jahre wurde das Denkmal beputzt und der obere Teil des Sockels sowie die Vierkantbalken mit Verzierungen versehen. Auf den Obeliskseiten befanden sich drei Tafeln, die aus weißem Marmor angefertigt waren. Auf einer der Tafeln stand geschrieben:

,,DIE GEFALLENEN + DER FREISCHAAR + HINDENBURG +  29. JUNI 1922".

Darunter waren die Namen der acht Gefallenen eingemeißelt

+ PARCZYK  FRANZ + CEBULLA  FRANZ  + KUKLA  JOHANN  +  LAUBE  FRITZ + FRANKE  JOHANN 
    + FRENZEL  ROBERT + LANGER  GEORG + FIOLEK   VIKTOR +

Auf der anderen Tafel befanden sich zwölf Namen, von denen man nur fünf noch entziffern konnte:

+ SOIKA ENGELBERG + WITTETZKY FRANZ + BENEK IGNATZ + MOSLER ALFRED + PELKA PAUL +

Auf der dritten Tafel befanden sich wahrscheinlich ebenfalls noch Namen von Gefallenen.


Im September finden wir die Nachricht, daß der ,,Verband ehem. Polizeibeamter Preußens, Ortsgruppe Hindenburg" ein Denkmal für die um das Deutschtum in den Jahren 1920-1922 gefallenen Polizisten aufstellen will. Das Projekt wurde nicht realisiert.

Ein Denkmal für die aus Makoschau stammenden Aufständischen wurde in Makoschau (in der Zwischenkriegszeit als Makoschau als Teil Ost-Oberschlesiens dem polnischen Staat angehörend) errichtet. Das Denkmal wurde im September 1939 durch die Nationalsozialisten zerstört.

Anders sah die Situation in Ortschaften, die nach der Volksabstimmung innerhalb Deutschlands bleiben. Hier widmete man den Aufständischen Tafeln, die auf Massengräbern aufgestellt waren. In Klausberg 0S wurde ein Massengrab auf dem alten St. Barbara-Friedhof angelegt, der nach 1945 in eine Grünanlage umgewandelt wurde. 1925 infolge der Bemühungen des Verbandes der Polen in Deutschland konnte das Massengrab umzäunt werden. Mittig wurde eine Steinplatte in Form eines zugeschlagenen Buches aufgestellt. Die Namen der gefallenen 34 Aufständischen wurden eingemeißelt:
Bulik Edward, Czerwionka Wincenty, Gol Jan, Gorywoda Jan, Gorecki Nobert, Gregor Augustyn, Gabol Feliks, Gimer Juliusz, Heier Roman, Imiela Michal, Konka Jözef, Kurczera Masymilian, Kudlek Brunon, Kudiek Konrad, Kalarus Augustyn, Kapusciak Wiktor, Knop Juliusz, Kulik Jan, Luc Augustyn, Maciaszek Jan, Mr6z Pawel, Nocon Ryszard, Pustelhik Roman, Pierskala Henryk, Ratke Pawel, Szczeponik Feliks, Szczeponik Pawel, Szmit Aloizy, Sosna Jözef, Sosna Pawel, Szmatloch Teodor, WInkler Robert, Wos Pawel.

Da die Namenstafel im Laufe der Jahre unleserlich wurde, errichtete man in den Fünfziger Jahren eine Tafel, die auf der alten montiert wurde. Die deutschen Gräber wurden unkenntlich gemacht.

Anmerkung: Der gefallene Johann Kukla  war der Bruder meiner Mutter.

Er war gerade 18 Jahre alt, als er vor dem Haus "Gustloffstrasse 7, in dem meine Grosseltern wohnten,
am  "Blutigen Peter-Paul-Tag",  am 29.Juni 1922 von " Französischen Besatzungstruppen " erschossen wurde.

Es passierte direkt vor dem Haus, eine Maschinengewehrsalve die aus einem vorbeifahrenden   Fahrzeug abgegeben wurde, traf ihn in den Kopf, er war sofort  tot. An dieser Stelle wurden weitere sieben Jugendliche schwer verwundet und im weiteren Stadtgebiet acht Menschen ermordet.

Das ist am "Peter und Paul Tag" dem 59. Geburtstag meines Grossvaters passiert.

Der Tote wurde von Kameraden in die Wohnung meiner Grosseltern getragen und dort aufgebahrt.
Begraben wurden die Gefallenen in einem Reihengrab am Friedhof an der St.Andreas Kirche.
Es war eine Gedenkstätte mit  einzelnen Gusseisernen Tafeln in Form von Kriegerkreuzen mit Stahlhelm
und der Aufschrift
"Gefallen für Deutschland, Name, Geburts- und Todestag"
Die Gräber wurden nach 1945 eingeebnet.

Es ist noch heute für uns unvorstellbar:
Was Menschen - Menschen antun.

 (Aus der Familiengeschichte Kukla)


^nach oben^