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50. Jahrgang
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Stuttgart, Sept./ Okt./ Nov. 2001
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E20094F
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| Seite 11 Sept/Okt/Nov. 2001 BdV-Nachrichten Gegen > Schlussstrichpolitik < Sudetendeutsche fordern Tschechien zum Einlenken auf Augsburg (AP). Weitere Zugeständnisse von der Regierung in Tschechien haben die Sudetendeutschen beim Pfingsttreffen in Augsburg gefordert. Ministerpräsident Stoiber (CSU) betonte, die Vertriebenen hätten ein Recht auf immaterielle Wiedergutmachung. Höhepunkt des 52. Sudetendeutschen Tages, an dem nach Polizeiangaben 50000 Menschen teilnahmen, war die Verleihung des Europäischen Karlspreises an den österreichischen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Lautstarke Pfiffe und Buhrufe gab es, nachdem die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesinnenministerium, Cornelie SonntagWolgast, auf der Veranstaltung erklärt hatte, die Bundesregierung halte daran fest, »dass der Beitritt Tschechiens zur EU nicht mit politischen oder rechtlichen Fragen aus der Vergangenheit verknüpft werden darf«. Stoiber warf der Bundesregierung vor, sie betreibe in der Vertriebenenfrage »eine Schlussstrichpolitik, die niemals mit uns zu machen ist«. Der CSU-Vorsitzende verlangte von Prag die Aufhebung der umstrittenen Benesch-Dekrete, mit denen die Enteignung und Vertreibung der Sudetendeutschen für rechtens erklärt wurde. Solange Tschechien an den nach dem Zweiten Weltkrieg vom tschechoslowakischen Staatspräsidenten Edvard Benesch erlassenen Dekreten festhalte, E werde das Land »in der Wertgemeinschaft: Europas ein Fremdkörper bleiben«. Der Sprecher der Sudetendeutschen und bayerische Landtagspräsident Johann Böhm (CSU) forderte, die Annullierung der Dekrete zur Voraussetzung für einen EU-Beitritt Tschechiens zu machen. Während die in der NS-Zeit an den Tschechen begangenen i schweren Verbrechen »im Rahmen des Möglichen wieder gutgemacht« worden seien, stehe das den Vertriebenen angetane Unrecht »völlig unaufgearbeitet im Raum«. Aus der Rede des Ministerpräsidenten Edmund Stoiber beim Sudetendeutschen Tag 2001 Es wäre am besten, wenn sich die Tschechische Republik selbst im Zuge des EUBeitrittsprozesses von völkerrechtswidrigen Dekreten und Gesetzen verbindlich trennen würde, die Ausdruck einer unseligen Vergangenheit und die mit dem europäischen Rechtsbewusstsein nicht vereinbar sind. Wie will die Tschechische Republik aus heutiger Sicht denn die Benesch-Dekrete verteidigen? Wie will sie das Gesetz verteidigen, das auch für Straftaten nach dem Ende des Krieges Straffreiheit gewährt? Ich sage hier voraus: Das Festhalten der Tschechischen Republik an den BeneschDekreten führt in eine Sackgasse. Die tschechische Politik weiß: Die Dekrete sind längst nicht mehr ein Problem, das nur allein die Sudetendeutschen betrifft. Sie sind inzwischen ein Problem Europas, ja eine Wunde Europas. Es erscheint mir unmöglich, dass die Völker und Nationen Europas mitten in ihrer Gemeinschaft Dekrete dulden können, die völkerrechtswidrig sind, die Unrecht gut heißen, die andere diskriminieren. Das Völkerrecht ist Schutz und Schirm für den Einzelnen und für die Volksgruppen. Jeder Bürger in Europa muss auf das Recht vertrauen können. Nicht von ungefähr hat deshalb das Europäische Parlament zu Recht schon zweimal die Tschechische Republik aufgefordert, jene Dekrete und Gesetze aufzuheben, die sich auf die Vertreibung der Volksgruppen beziehen. Eine zentrale Frage der kommenden Jahre ist die Vermittlung von Geschichte und Kuhur der Vertriebenen an die junge Generation. Wir sind es Ihnen, den Vertriebenen, wir sind es den über zwei Millionen Opfern, und sind es der Achtung vor unserer eigenen Geschichte schuldig, dass dieses Geschehen fest im Gedächtnis unseres Volkes verankert bleibt. Bundestreffen in Karlsruhe Zwei gelungene Festtage der Karpatendeutschen »Sprachen verbinden« - unter dieses Motto wurde das diesjährige Bundestreffen gestellt. Damit haben die Karpatendeutschen - so der Bundesvorsitzende Oskar Marczy - das Thema der Europäischen Union aufgegriffen, die das Jahr 2001 zum Jahr der Sprachen erklärt hat. Die Slowakei ist ein gutes Beispiel dafür, dass in einem Land mehrere Sprachen gesprochen wurden und die Menschen im alten »Oberungarn« und später in der Slowakei sich leicht und gut verstanden haben. Der Besuch des Staatssekretärs Läszlö Szigeti aus der Slowakei hatte dabei Symbolkraft. Herr Szigeti ist von Geburt Ungare, gehört der slowakischen Staatsregierung an und hielt sein Referat in deutscher Sprache. In seinen Ausführungen zum Stellenwert der deutschen Sprache in den Schulen der Slowakei stellte er fest: »Es gibt in der Slowakei Kindergärten und Grundschulen mit erweitertem Deutschunterricht, 10 Gymnasien mit einem DeutschDiplom und ein bilinguales Gymnasium mit dem deutschen Abitur. Die slowakische Sprache gehört nicht zu den weit verbreiteten Sprachen, da unser Land nur etwa 5 Millionen Einwohner hat. Deswegen müssen wir Fremdsprachen lernen, um mit der Welt kommunizieren zu können, um der Welt uns und unser Land mit seiner schönen Natur und seinem kulturellen Reichtum vorstellen zu können. Die Vision unserer künftigen Mitgliedschaft in der Europäischen Union ist für das Fremdsprachen lernen ein starkes Motiv. Eine dieser Sprachen ist auch das Deutsche. Aus der historischen Sicht war das Deutsche in der Slowakei einige Jahrhunderte lang reich vertreten und erlebt in der Gegenwart eine großartige Renaissance. Das Deutsche wird heute an allen Schultypen unterrichtet, beginnend von der Grundschule an manchen Orten sogar vom Kindergarten an - bis zur Universität. Insgesamt lernen mehr als 194.000 Schüler und Schülerinnen die deutsche Sprache an den~Grundschulen,= an den Gymnasien sind es mehr als 56.000, 1 über 58.000 Studierende an Mittel- und Fach
schulen und mehr als 60.000 Auszubildende;was zusammen bedeutet,
dass sich derzeit int der Slowakei über 370.000 junge Menschen,
intensiv mit dem Lernen der deutschen Sprache
befassen.« Dr. Jörg Meier von der Uni Bochum setzte sich in seinem Einführungsvortrag mit der Bedeutung der deutschen Sprache auseinander und stellte fest, dass über 90 Millionen Menschen in mehr als einem Dutzend Ländern Europas Deutsch sprechen. Damit rangiert die deutsche Muttersprache mit großem Vorsprung vor Französisch (58 Millionen) und Englisch mit 56 Millionen. Jeder vierte in der EU kann sich mit Deutsch verständigen. Deshalb muss Deutsch auch in den Gremien der EU als Amtssprache anerkannt werden. Das Bundestreffen war diesmal mit einem Trachten- und Tanzfest verbunden. Am Vortag fand eine Kulturtagung statt mit dem provokatorischen Thema: Heimat im Museum?! Vorstandswechsel In der Vollversammlung der LeuteltGesellschaft am 9.6.01 wurde Dr. Dieter Klein, Bendikt.Hagn-Str. 16, 80689 München als Nachfolger von Walter Stracke zum Vorsitzenden gewählt. In Anerkennung seiner Verdienste wurde der langj. Vorsitzende Walter Stracke zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Seite 1 2
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