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50. Jahrgang
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Stuttgart, Sept./ Okt./ Nov. 2001
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E20094F
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| Seite 15 Sept/Okt/Nov. 2001 BdV-Nachrichten Schlesiertreffen in Nürnberg Schlesien im Europa der Zukunft
Am 14. und
15. Juli fand das Deutschlandtreffen der Schlesier zum 6. Mal
in Nürnberg statt, nachdem Bundeskanzler Schröder als
Ministerpräsident von Niedersachsen seinerzeit jegliche Förderung
dafür gestrichen und so die Verlagerung von Hannover nach
Nürnberg mehr oder weniger erzwungen hatte. Die von Bundesinnenminister
Otto Schily überbrachten Grüße und »besten
Wünsche« des Bundeskanzlerszu Beginn seiner Rede auf
der Hauptkundgebung lösten die ersten Buh-Rufe bei den Teilnehmern
aus. Als dann der Bundesinnenminister Otto Schily seine Rede mit
massiven Schuldzuweisungen an das eigene deutsche Volk einleitete
und bei vielen Teilnehmern damit den Eindruck vermittelte, die
Vertreibung selbst verschuldet zu haben, sahen gut plazierte Rechtsextreme
den Augenblick für gekommen, durch lautstarke Proteste und
Pfiffe zu emotionalisieren. Das alles muss sehr bedauert werden,
denn das Treffen wie auch die Hauptkundgebung nahmen nicht zuletzt
durch die immer wieder von Beifall unterbrochenen Reden des bayerischen
Staatsministers sowie des Bundesvorsitzenden der Schlesier, Rudi
Pawelka, einen beeindruckenden
Verlauf und hinterließ einen nachhaltigen Eindruck. Es würde
den Rahmen der Berichterstattung in unseren BdVNachrichten sprengen,
detailliert auf die Rede wie auch die Veranstaltung einzugehen.
Sie sind im DOD wie auch den Publikationen der Schlesier abgedruckt,
kommentiert und dort jederzeit nachlesbar. BdV-Präsidentin Erika Steinbach: »Rechtsextremisten haben im BdV keinen Platz« »Der Bund der Vertriebenen würde sich wünschen, dass andere Gruppierungen ebenso entschieden gegen Extremisten vorgehen, wie er selbst«, erklärte Frau Steinbach. Es sei nicht hinnehmbar, wenn der Bundesinnenminister bei Aussagen zum Nationalsozialistischen Regime, die historisch offenkundig seien und auch von »keinem seriösen Vertriebenen« bestritten würden, ausgebuht oder ausgepfiffen werde. In dem Monitor-Bericht sei aber auch nicht zu übersehen, dass lediglich eine lautstarke Minderheit der anwesenden Teilnehmer, die dem Verband »willentlich schadet«, dort gepfiffen und gebuht hätten. Vor allem treffe nicht zu, wie von Monitor behauptet wurde, dass der BdV Versuchen der Unterwanderung nicht durch Beschlüsse entgegentrete und Rechtsradikale nicht bekämpfe oder bekämpfen wolle. Allein in den letzten zehn Jahren habe es zahlreiche Presseerklärung gegeben, aus denen hervorgehe, daß der BdV Versuche unterbinde, den Verband für extremistische Zwecke zu missbrauchen. Diese Erklärungen würden deutlich machen, dass Präsidium und Bundesvorstand des BdV einmütig die Auffassung vertreten, . dass extremistische Einflussversuche von rechts und von links abzuwehren sind, weil hinter diesen Versuchen stehendes Gedankengut und Positionen mit Politik und Selbstverständnis des BdV nicht vereinbar sind. · dass Kontakte zu, Auftritte vor oder Zusammenarbeit mit extremistischen Gruppierungen gegen diesen Grundkonsens und die Ziele unseres Gesamtverbandes verstoßen und damit verbandsschädigend sind. Extremisten und extremistisches Gedankengut hätten bisher keinen Platz im BdV gefunden und das gelte weiterhin. Die Charta der deutschen Heimatvertriebenen vom 5. August 1950 mit ihrem Verzicht auf Rache und Vergeltung und ihrem Bekenntnis zum demokratischen Rechtsstaat bilde die Grundlage der Politik des Verbandes. Daran werde sich auch durch lautstarke Auftritte von Extremisten nichts ändern. Die Vertriebenenverbände seien jedenfalls nicht bereit, ihre Organisationen von Extremisten missbrauchen zu lassen und für deren Zwecke, die den Vertriebenen und ihren Anliegen schadeten, einspannen zu lassen. Jeder Versuch extremistischer Einflußnahme werde auch weiterhin mißlingen. Es sei unerträglich und spiele letztlich den extremen Kräften in die Hände, daß Monitor »all das bewußt oder fahrlässig ausblendet«, was Millionen von Vertriebenen an Friedensarbeit geleistet hätten, erklärte Frau Steinbach. Das Recht muß nie der Politik, wohl aber die Politik jederzeit dem Recht angepasst werden. Immanuel Kant 1724 - 1804 Kanzler verzichtet auf Einsegnung > Kreuz in die Abstellkammer < Zum neuen Zeitgeist im Kanzleramt Bei der Einweihung des neuen Kanzleramtes war die kirchliche Einsegnung nicht erwünscht. Auch das 130 DM teure, dem Kanzler geschenkte Kreuz wurde in die Abstellkammer verbannt. Im neuen Kanzleramtsgebäude scheint ein neuer Zeitgeist eingekehrt zu sein. Bewusster Verzicht auf den Segen Gottes, welch ein Hochmut! Das Kreuz, Zeichen der Hoffnung, Symbol und Wurzel europäischer Kultur, welchen Stellenwert hat es noch in unserer Gesellschaft? Verweisen nicht mancherorts Sittenzerfall, Streit um den Schutz des Lebens von Anbeginn und anderes mehr, dieses Hoffnungszeichen in die Abstellkammer der Gesellschaft? Zwar werden Grundwerte von den Regierenden bisweilen angemahnt. Zugleich trägt man zu deren Verfall bei. »In Verantwortung vor Gott und den Menschen«, so haben es unsere Verfassungsväter in das Grundgesetz hineingeschrieben. Die Berliner Machtzentrale täte gut dran, der Gesellschaft Vorbild zu sein. J.G. Seite 1 2
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